Spreadshirt´s International Blogs:

Hallo zusammen,

Dies ist der offizielle Spreadshirt-Blog. Hier gibt es News und Partnerinfos direkt aus dem Spreadshirt-Hauptquartier. Wir freuen uns über deine Beteiligung. Bei Spreadshirt kannst du T-Shirts individuell gestalten, kostenlos einen Shop betreiben oder den Marktplatz mit deinen Designs füttern.

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Retourkutschen - wohin mit den alten Shirts?

laFraise Organics Verpackungen
Im Rückblick hatte ich schon angedeutet, dass auch das Thema Verpackung und Altkleidersammlung auf unserer “grünen Liste” stehen.

Zum Thema Verpackung ein kurzes Update: Wir werden die Papiertaschen von laFraise Organics auch mal im “regulären Spreadshirt-Betrieb” testen, und vielleicht ist das ja auch was für unsere Standardsendungen - dann allerdings eher langfristig (da man Verpackungsmaterial nicht jede Woche einkauft). Wenn Ihr jedenfalls demnächst ein Shirt in einer braunen Papiertüte erhaltet, nicht wundern.

Dann wäre noch die Frage: Was machen wir eigentlich mit Retouren - also mit den Teilen, die an uns zurückgehen?

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Earth Jahr: Tag der Abrechnung

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Vor einem Jahr haben wir die ersten Bio-Produkte gelistet und uns etwas ernsthafter mit dem Thema Earth Day beschäftigt. Wir wissen, dass wir keine Umweltengel sind. Trotzdem versuchen wir, uns zu verbessern und uns mit dem Thema kritisch auseinander zu setzen, auch abseits der Greenwashing / Earth Day Aktionitis rund um die letzte Aprilwoche. Dafür bietet dieser Blog hier eine wunderbare Rückschau-Möglichkeit: wie haben wir uns im letzten Jahr geschlagen? Werfen wir einen Blick in den Rückspiegel, und anschließend einen in die Kristallkugel.

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Bio-Shirts Update

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No organics

Wir haben vor einer Woche berichtet, dass wir entgegen unserer Planung leider keine neuen Bio-Shirts listen können. In der Zwischenzeit haben wir uns um einige Alternativen bemüht, unter anderem haben wir die Hersteller gefragt, deren Bambus und Bio-Baumwoll Shirts wir in den USA beziehen. Auch wenn uns die Produkte sehr gut gefallen haben, leider ohne Erfolg: Erstens haben sie von den Stücken die wir gerne hätten, selbst nicht mehr allzuviel auf Lager (die Rede war von 15 Stück). Zweitens müssten wir die Produkte hierher fliegen lassen, was ökologisch ja nicht grade sinnvoll ist - und dadurch wird der Preis zudem einfach unwirtschaftlich.

Wie gesagt, wir sind noch immer offen für Vorschläge - falls ihr Anbieter aus Europa kennt, hier kommentieren oder eine Mail an mich (ami [bei] spreadshirt.net).

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Heute: Ausnahmsweise keine neuen Shirts

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Wer gut aufgepasst hat, weiss: Eigentlich wollten wir heute ja zwei neue Shirts in den Aushang packen, die perfekt zum Erdmonat passen. Es handelt sich um Shirts, die aus Bambus bzw. klimaneutral hergestellt sind, und von denen wir begeistert und überzeugt waren.

Wir haben im Herbst letzten Jahres erste Tests gemacht, die problemlos verliefen. In der vergangenen Woche haben wir dann etwas ausführlicher getestet, und dabei festgestellt, dass es mit beiden Probleme beim Waschen gab. Bei etwa 8 Wäschen haben sich die bedruckten Shirts unschön verformt, was natürlich nicht unserem Anspruch entspricht.

Nachdem wir ziemlich lange auf die Shirts gewartet haben, und bereits seit einiger Zeit diese Erweiterung planen, gab es dann Diskussionen: Nimmt man für Bio-Shirts einen solchen Effekt in Kauf, der bei einem “normalen” Shirt nicht akzeptabel wäre? Warum ist das beim ersten Test nicht aufgefallen, und wie gravierend ist dieser Mangel?

Letztendlich haben wir uns schweren Herzens entschieden, die Shirts heute nicht launchen, weil wir das einfach nicht guten Gewissens anbieten konnten. Wir reden mit dem Hersteller und arbeiten an einer Lösung. Um Abhilfe zu schaffen, suchen wir gerade auch nach Alternativen und wollten schon die Bambus-Shirts der Kollegen aus den USA hierherschiffen (die von einem anderen Anbieter kommen), was aber aus logistischen Gründen nicht klappt. Wir hoffen jedenfalls, dass wir schnell eine Lösung finden. Falls Ihr einen geeigneten Hersteller oder Produzenten kennt, immer her mit den Links!

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laFraise “Organics” - Ein Interview mit Guillaume Trotin

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Am Samstag ging der erste “Organics”-Contest bei laFraise zu Ende. Bereits am Freitag habe ich mich mit Guillaume von laFraise in den Kickerraum des Berliner Büros von Spreadshirt gesetzt, um über die derzeitigen Neuerungen im Erdbeerland zu reden.

Moin Guillaume. Seit ungefähr zwei Wochen gibt es einen neuen Unterpunkt in der Navigation auf der laFraise-Seite - “Organics”. Was versteckt sich dahinter?

Dahinter steckt unsere neue Öko-Line. Die Idee dafür hatten wir Mitte letzten Jahres, als wir nach Möglichkeiten gesucht haben, unser Angebot auszubauen und Leute zu erreichen, die bis dato vielleicht noch nicht mit laFraise in Berührung gekommen sind. Der erste Schritt war die Einführung der “Mademoiselle“-Kollektion - jetzt folgt “Organics“.

Und eigentlich wollten wir damit auch schon 2007 an den Start gehen. Allerdings hat es sich herausgestellt, dass es zwar einfach ist, Shirts aus Biobaumwolle zu bekommen - inzwischen auch in normalen Farben und nicht nur in diesem langweiligen Creme-Ton - es aber umso schwerer ist, jemanden zu finden, der diese auch schadstofffrei bedrucken kann.

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Biogrün oder Öko-organisch?

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Ein Blogpost im “Twitter-Style” zum beliebten Organic/Bio Thema: Wir überlegen grade beim drüberhuschen, wie man unsere “ökologisch zertifizierten” bzw. “organics” Produkte etwas reizvoller betiteln und in eine verständliche Kategorie packen könnte.

Öko-Shirts? Klingt irgendwie etwas kratzig. Bio-Baumwolle? Klingt nach Essbarem. Organic? Ja, aus was sollen unsere T-Shirts sein, wenn nicht aus “organischem” (es englisch zu beschreiben ist auch keine Lösung). kbA? Wahrscheinlich nur für LOHAS-Anhänger und Abkürzungsexperten ersichtlich. Alternativmode wäre vielleicht noch was, da seh ich aber ein paar Pali-Tuchträger durchs Bild huschen. Was wäre Euer Favorit? (Verständlichkeit geht vor Style)

Continental prescht voraus

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Im Wettlauf um Bio-Konsumenten und Lohas geht Continental erneut in die Offensive: bereits im September wurde verkündet, dass bald nur noch “biologisch” angebaute Baumwolle im Programm sei (mindestens aber Konversionsware). Jetzt setzen die Briten mit dem Label Earth Positive noch eins drauf: nicht nur Bio ist die neue Kollektion, sondern auch fair gehandelt und weitestgehend klimaneutral produziert. Im Moment sind schon weiße Tees und schwarze Hoodies am Start - pardon nochmal auf deutsch - im Moment sind schon weiße T-förmige Hemden und schwarze Kapuzen-Überzieher erhältlich, Polos folgen bald. Und der größte Segen: die neue gewissensneutrale Kluft kommt in satten 15 Farben (ab Januar) daher! Ein Manko vieler Bio-Shirts war ja immer, dass sie nur in schwarz, weiß, vielleicht noch Windel-Champagner erhältlich sind.

Die Zertifzierung, oft die Schwachstelle scheinbar ökologischer Angebote, wird von der renommierten britischen Soil Association sowie von der Fair Wear Foundation vorgenommen. Öko Tex 100 erfüllt die Linie auch.
Soweit so gut. Wir werden in der nächsten Zeit prüfen, was wir in’s Spreadshirt Sortiment aufnehmen können. Wie immer bleibt letztlich Eure Nachfrage bzw die Eurer Kunden ausschlaggebend.

Continental stellt auf Bio um

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Der britische Hersteller Continental Clothing springt auf den Bio-Zug. Und zwar nachhaltig.
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Karma Konsum

Christoph Harrach hat sich sein Lebens-Ziel aufs T-Shirt geschrieben: die Förderung biologisch angebauter Baumwolle und eines nachhaltigen Lebenstils. Als bekennender Vertreter der kaufkräftigen Spezies LOHA (=Lifestyle of Health and Sustainability) reist er durch die Lande und fördert den Konsum von Fairtrade Heißgetränken, Biodiesel und Waschnüssen. Vor allem aber verficht er “Corporate Social Responsibility”, das gesellschaftliche Verantwortungsdenken eines Unternehmens. Bei Hess Natur ist er außerdem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Uneingeschränkt lesenswert sein Blog: KarmaKonsum. Wer sich für das Thema LOHAs und wie man ihnen das Geld moralisch sauber aus der Tasche zieht interessiert, kann auch die passende Konferenz im September in Frankfurt besuchen.

(Konsum-)Ethik auf T-Shirts zu vermitteln ist natürlich heikel: die Gefahr bleibt, dass der Betrachter sich vom erigierten Zeigefinger bedroht fühlt, wo er eigentlich nur Entertainment erwartet hatte. Besonders ethiklastige Unternehmen wie die Kirche wandern da auf einem schmalen Grat. (auch wenn dieses Beispiel einfach Charme hat). Wer aber das nötige Quantum Selbst-Ironie praktiziert, kann seine Weltanschauung auch auf einem T-Shirt verpacken, siehe hier :)

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Werbung durch Ethik?

Die Spreadshirt Earth Day Kampagne ist vorbei - bis zum 16. Mai wurden 3 Euro pro verkauftem Bio-Shirt an das deutsche Earth Day Komitee gespendet. Die Ergebnisse können sich sehen lassen! Bevor wir sie präsentieren, hier ein kurzer Überblick über die bekanntesten Spenden-Aktionen auf dem deutschen Markt (auch als Cause-Related Marketing bezeichnet). Stichwort - das Krombacher Syndrom

Gemeinnützige Spenden an den Verkauf von Produkten zu koppeln, ist keine neue Idee. Aber auch keine alte. 1983 erklärte American Express, man wolle für jede Transaktion einen Cent an den Fonds für die Restaurierung der Freiheitsstatue spenden. Die Aktion war ein voller Erfolg, auch für die Umsatzzahlen - und damit sowas wie der Urknall für das „Cause-Related Marketing”. Hier eine gefühlte Top Fünf der CRM-Kampagnen in Deutschland.

1. Krombacher Regenwald-Projekt

2002-2004 sowie 2006 hatte die Brauerei versprochen, zusammen mit dem WWF für jeden verkauften Kasten Bier einen Quadratmeter Regenwald zu schützen. Die Kampagnen wurden heftigst beworben, anfangs mit den Promis Günter Jauch und Steffi Graff - und ernteten vielfachen Spott (Spiegel: „Saufen für die Gorillas” und “Lächeln für Brasilien”). Im Ergebnis konnten angeblich 44 Millionen Quadratmeter Regenwald (bis 2003) geschützt werden, also gerade mal 44 Quadratkilometer: eine vergleichsweise bescheidene Fläche, kleiner als Kreuztal, wo Krombacher gebraut wird. Auch die rechtlichen Aspekte der Aktion waren umstritten: der „Schutzverband gegen das Unwesen in der Wirtschaft” reichte Klage gegen Krombacher ein, wegen unlauteren Wettbewerbs. Nach einigem juristischem Hin und Her entschied der Bundesgerichtshof im Jahr 2006:A) Das Objekt der Werbung muss nicht zwingend zusammenhängen mit dem Objekt der Kampagne. Krombacher könnte sich also auch gegen die Todestrafe engagieren oder pro Kasten Bier einem 1 Euro Jobber sein Gehalt auf 1.06 Eur erhöhen (6,7 Cent haben die Kreuztaler pro Kasten 2002 an den WWF abgeführt)B) Es gibt kein Transparenzgebot: Firmen sind grundsätzlich NICHT verpflichtet, genauere Angaben zu machen, wie das Versprechen umgesetzt wird. Tatsächlich ist die Angabe „1m² pro Kasten” nämlich nicht haltbar, da lediglich ganz allgemein Schutzprojekte in der Region finanziert wurden. Zitat WWF: „Das Geld befindet sich im Etat der 2004 gegründeten Regenwaldstiftung”. Eine konkrete, in Quadratmetern ausgedrückte Schutzfläche gibt es nicht. Dies, so urteilte der BGH, stelle aber noch keine Irreführung bzw. unsachliche Einwirkung auf die Kaufentscheidung dar. Etwas fragwürdig ist das schon. Dennoch: laut WWF kamen insgesamt bis heute zwischen drei und vier Millionen Euro Spendengeldern zusammen. Ein komplexes Bouqet unangenehmer Beigeschmäcker erhält das Projekt durch den Umstand, dass mehrere andere Firmen sich noch aufs Trittbrett schwangen. LTU z.B. spendete eine Zeitlang lächerliche 8 Cent pro Flug an den WWF. Ein grobes Missverhältnis.

2 Bitburger

Konkurrent Bitburger ließ sich nicht lang bitten - im Mai 2005 starteten die Pfälzer eine Serie von Aktionen, um dem Fußballnachwuchs zu helfen. Als erstes die Initiative „Bolzplätze für Deutschland”. Für jeden verkauften Kasten sollten 660 cm² einer maroden Fuballanlage saniert werden - und das wurden sie auch: 250 davon bis heute, 50 weitere sind nach Angaben der Brauerei noch in Reparatur. Im Moment läuft eine weitere Fußball-Aktion bei den Alkohol-Herstellern: die Bitburger Talentförderung. Pro verkauftem Kasten erhalten Jugend-Mannschaften, die sich dafür bewerben und ausgewählt werden, 5 Minuten Training mit einem ehemaligen Profi. Die besten Kleinkicker dürfen dann eine Fortbildung an der Klaus-Fischer-Schule machen. Klar: auch da meckert wieder einer (ganzabgesehen von den Möglichkeiten, die sich der Satire hier bieten: abgehalfterter Ex-Profi mit Kippe im Maul „unterrichtet”, lässig ans Tor gelehnt, einen Haufen Rotznasen).

3. Ritter Sport

Alfred T. Ritter ist so ein Darling der Ethik-Szene. In seiner 800 Mann starken Fabrik wurde noch nie jemandem „betriebsbedingt” gekündigt: aus Prinzip (hoffentlich hört das kein Fonds-Manager!). Stichwort Regenwald: schon vor sechszehn Jahren - und damit lange vor dem Beginn des allgemeinen Hype - begann Ritter mit dem Aufbau des Cacaonica-Projektes in Nicaragua: dort werden Kakao-Pflanzen in Mischkulturen angebaut, ein Teil der Ernte landet - zu Fair Trade Preisen importiert - in den Schokoquadraten. Nach Angaben von Charity Label wurden schon mehr als 2 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Auch zuhause bemüht sich Ritter um eine grüne Weste: für weniger CO² sorgt ein eigens gebautes Blockheizkraftwerk, das die Fabrik in Waldenbuch bei Stuttgart beliefert. Im Zuge des Cause-Related Marketing wurde 2005 dann noch der “Gewissens-Biss” eingeführt: pro verkaufter Tafel spendet Ritter 1,4 Cent an Unicef, für das Projekt „Schulen in Afrika”. Insgesamt garantiert mindestens 220.000 Euro. Weiter so, tapfere Ritter!

4. Volvic und Unicef

„Ein Liter für zehn Liter” heißt die 2006 für jeweils drei Sommermonate begonnene Kampagne, mit der Volvic die Unicef unterstützt. Insgesamt, so heißt es bei Unicef, konnten durch die Hilfsmittel bereits genügend Brunnen gebaut werden, um 21.000 Äthiopier - 0.029% der Bevölkerung - für die nächsten zehn Jahre mit Trinkwasser zu versorgen. Für die Kampagne steht RTL-Moderator Markus Lanz Pate. Volvic selbst bewirbt sich und die Unicef äußerst farbenfroh auf der Volvic Webseite, ohne die Leser durch allzuviele Informationen vom Wesentlichen abzulenken.

5. Katholische Kirche und Johann Tetzel

Um 1500 sammelte der Dominikanermönch Tetzel Geld für einen guten Zweck im Raum Magdeburg. Angeblich sollte das Geld dem Kampf gegen die Türken zugute kommen. In Wahrheit strich Tetzel 25% des Erlöses selbst ein, von dem Rest finanzierte sich Papst Leo X. den Petersdom in Rom (Kultursponsoring?). Der Original-Claim der Kampagne lautete: Sobald der Gülden im Becken klingt, im huy die Seel im Himmel springt. Tetzel war nämlich als sogenannter „Ablasshändler” unterwegs und versprach allen Spendern die Absolution von ihren Sünden. Die schlimmen Folgen eines Mordes zum Beispiel konnten schon mit acht Dukaten neutralisiert werden. Das früher einmal komplizierte Buß-System der katholischen Kirche wurde so ausgehebelt, echte Taten durch Geldspenden ersetzt. Wegen der allzu großen Unstimmigkeiten regte sich bald Widerstand, eine von Martin Luther ins Leben gerufene Initiative („die Protestanten”) setzte der Kampagne ein Ende.

Das Beispiel Tetzels verweist auf die Gefahren eines allzu globalen Cause-Related Marketing-Ansatzes: das schlechte Gewissen der Sünder wird in einer Win-Win-Situation kapitalisiert, wobei die Opfer weiterer Sünden als „Lose”-Variablen nicht mehr auftauchen. Sprich: wenn der Anschein erweckt wird, dass man durch „aktiven” Konsum bzw. eine winzige Spende genug für die Umwelt getan hat, so ist das moderner Ablasshandel. Der Krombacher-Claim „Handeln und Genießen” rennt in genau diese Falle.Auf der anderen Seite ist nicht zu veleugnen, dass immer mehr Geld von Firmen in gemeinnützige Projekte fließt: ein Ergebnis auch der steigenden gesellschaftlichen Verantwortung, der sich die Unternehmen stellen. Laut Brand eins wird „Corporate Social Responsibility” gerade zur wichtigen Kenngröße, die sich zunehmend auch auf die Bilanzen auswirkt: „Rückversicherer preisen CSR-Aktivitäten in ihre Policen ein.” Fazit: Die Umsatzentwicklung bei Krombacher und anderen beweist, dass erlösabhängige Spenden ein gutes Mittel sind, um Marken- und Marktwert einer Firma zu verbessern (Krombacher löste bereits 2002, im ersten Jahr der Kampagne, Warsteiner als Marktführer ab). Brand eins: „Eine europäische Studie des Marktforschungsunternehmens Mori kommt zu dem Ergebnis, dass für 70 Prozent der Konsumenten bei der Kaufentscheidung das soziale Engagement eine wichtige Rolle spielt. 44 Prozent der Befragten sind bereit, dafür auch einen Preisaufschlag zu zahlen.”

Was ist wichtig, um die eigene Glaubwürdigkeit bei Spenden-Aktionen nicht zu gefährden?

  • transparent kommunizieren - alle wichtigen Zahlen und Spendensummen an exponierter Stelle zugänglich machen. Unsachgemäße Relationen (1m2=1 Kasten) und unverhältismäßige Vermarktung erwecken eher Misstrauen
  • Realismus statt Weltenretter-Attitüde: die Berichterstattung sollte sachlich und nicht schönfärberisch sein. Schließlich wissen die Kunden, dass es sich nur um begrenzte Aktionen handelt.
  •  Langfristige Kooperationen, denn sie sind interessanter als PR-Strohfeuer. Thomas Marschall von den SOS Kinderdörfern: “Aktionen, bei denen es eine rein anteilige Spende pro Produktkauf gibt, möchten wir nicht ausweiten. Wir sind an langfristigen Partnerschaften interessiert.”

Links

Liste mit aktuellen Cause Related Marketing-Kampagnen

Das Geschäft mit dem guten Gewissen - Bericht im Hamburger Abendblatt

Medienrauschen über Krombacher




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