
Die grüne Welle schwappt durch die Textil-Branche: zum Earth Day 2007 führt Spreadshirt vier neue Shirts („Organic“) sowie ein Baby-Shirt aus zertifiziert ökologischem Anbau. Wer bei Bio-Kleidung zuerst an Jute und Grob-Strick denkt, liegt falsch: flauschig weich, in vier Farben und von gewohnt hoher Verarbeitungsqualität, sind die Neuen von Continental Clothing bzw. American Apparel kaum von ihren Geschwistern aus herkömmlichem Anbau zu unterscheiden. Zum Bio-Shirt passt die Spendierhose: Vom 16. April bis zum 16. Mai spenden wir drei Euro pro verkauftem Hemd an den Verein Earth Day International. Das gespendete Geld kommt Aufklärungs- und Schutzprojekten zugute, mehr dazu später. Nun vertrauen wir auf die Nachfrage und darauf, dass die Unternehmensberatung Roland Berger recht behält und die Öko-Branche bis 2030 zur größten deutschen Branche avanciert. Ziel des ökologisch reformierten Baumwoll-Anbaus: Pestizide vermindern und Wasser sparen.
Kurz vor dem Start der Aktion wurde hier noch über die Verwirrung bezüglich der Begriffe diskutiert: sind das nun organische Shirts (aus Moos?), Bio-Shirts, Vollwert-Shirts, Shirts von glücklichen, selbstbestimmten und emanzipierten Gossypium-Pflänzchen? Oder gar aus biologisch-organisch-ökologisch auf das Nachhaltigste vorauschauendem Landbau? Werden die Pflanzen behutsam von Waldorf-Schülern mit Mineralwasser besprenkelt, singen indianische Muttis Fruchtbarkeits-Songs, während der Herbstwind die Fäden vom Samen herabstreichelt?
Um ehrlich zu sein: Wir wissen es nicht, vertrauen aber auf die Zertifizierung der Baumwolle. Das erledigen übrigens das United States Department of Agriculture sowie die World Control Union mit ihrem Standard Organic Exchange 100. Beide Standards basieren auf offizieller Gesetzgebung, nämlich dem USDA-National Organic Program sowie der EU- Richtlinie 2092/91.
Tatsächlich ist das Bewusstsein für Nachhaltigkeit („Sustainability“) bei Bekleidung noch nicht besonders ausgeprägt. Es wandert ja tendenziell von innen nach außen: Nahrung hat Prio 1, dann kommt Kosmetik, dann erst Bekleidung. Dabei ist gerade der Baumwollananbau ein heikles Thema, die vielen Fertigungsstufen zwischen Faden und T-Shirt erforden wiederholte Überprüfung. Und natürlich muss man daher aufpassen, dass unsere Aktion nicht zum bloßen Waveboarding auf der Öko-Welle wird (was man ja schon aus der Bierwerbung und von Schokoladenfabrikanten kennt). Aus diesem Grund sehen wir sie als Auftakt unseres Engagements und denken auch über weitere Themen nach, wie z.B. Recycling unserer Druckfolien (auch wenn Flex und Flock materiell gesehen nur einen kleinen Teil des T-Shirts ausmachen). Wir halten Euch auf dem Laufenden.
TweetThis
Die neuesten Kommentare