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#ama – Was wird das nächste große Ding im Internet?

Lieber Michael, danke für deine Frage. In meinem letzten Blogpost in diesem #ama und für Spreadshirt generell habe ich eine Antwort für dich.
Doch zunächst mal ein Anspieltipp: Im Blogpost von BBH kannst du sehen, was grade auf der Hype Cycle Kurve steht und warum. Ist zwar in erster Linie auf Werbung bezogen, steckt aber auch generell viel drin (auch in den anderen 3 Artikeln aus der Reihe). Reduziert man die Hypes auf ihren Kern, klingt es oft weniger spektakulär, ja fast altbekannt:

Technik: Das Internet der Dinge. Mobile. 3D Druck. Algorithmisierung (s. dazu den Text von Kathrin Passig).
Menschen: Content is King (neu: Content Marketing). Curation. Demokratisierung.
Prozesse: Konvergenz. Medienkompetenz. Disruption. Infrastruktur.

Drei Entwicklungen, die ich in diesem Kontext spannend finde, habe ich nochmal in einem kleinen Youtube Video aufgelegt. Film ab!

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1. Themen Konvergenz: Themen werden zunehmend auf verschiedenen Kanälen verschieden aufbereitet. Im Moment äußert sich das noch dadurch, dass in den nächsten 1-2 Jahren vermutlich noch weitere “Point & Click” Adventures aufs Handy portiert werden — aber gleichzeitig gibt es eine wachsende Zahl von Entwicklern, die “medienübergreifend” denken (und in jeder Disziplin Ahnung/Erfahrung haben).
Ich bin ein großer Fan von Konvergenz und bete z.B., dass Disney versteht, dass sie mit “Star Wars” nicht Lizenzen und Filmstoff erworben haben – sondern eine Kultur, ein Universum, das sie pflegen und auf verschiedenen Kanälen unterschiedlich bedienen müssen (Buchtipp: Henry Jenkins “Convergence Culture”). Weitere Beispiele: Dokumentationen (arte: Sammlung Bielutin), Serien (wie aus Deutschland, z.B. Hotel Adlon) Ausstellungen (Die Schwabenkinder, wo es auch eine Geocaching App gibt) bis hin zu “klassischem” Marketing mit der Nike+ Fuel Mission. Achtung. Konvergent bedeutet dabei nicht unbedingt Medienkonvergenz und: ich kanns mir auch aufm Telefon durchlesen wie auf meinem 50″ Fernseher. Sondern: das Thema wird je nach Plattform inhaltlich ergänzt, und auf verschiedenen Kanälen reichert sich die Story an.

2. “Disruption of Disruptors”. Die dritte “Newconomy Generation” steht vor der Tür. Die erste (vor 1999/2000) hat über Kühlschränke mit Internet gesponnen, digitale Wertschöpfung etc. Kurzum: Vieles, was die zweite Generation derzeit (seit 2005) umsetzt. Und die dritte, die “Generation Touch” wie Martin Weigert sie nennt, beginnt so langsam die Plattformen und Player, die den Markt bisher aufgemischt haben, hingegen selbst aufzumischen. Ein Beispiel – ich wähle es nur, weil es so anschaulich ist – Snapchat. Die Gründer sind Anfang 20, und stellen das “heilige” Prinzip von “Das Internet vergißt nichts” auf den Kopf – mit der simplen Idee, Chat-Nachrichten und Fotos mit einem Verfallsdatum auszustatten. Genauso liest man immer häufiger, dass Facebook “nicht mehr cool” ist, hat gesehen, dass Apple bei Verkäufen im App-Store und bei Itunes stagniert, und auch Amazon ist reif für “Disruption”, weil sie mittlerweile eine enorm große Marktdurchdringung haben. Das bringt neue Herausforderungen und Ansprüche mit sich, die – vermutlich – nicht alle selbst lösen können. Die “Big 5″ sind so stark mit sich beschäftigt, dass neue Player so lange unter dem Radar bleiben können, bis sie “den Großen” in den Hintern treten (wie eben whatsapp oder Snapchat). Lesenswert in der Hinsicht ist das Interview von Wired mit Larry Page.

3. Der nächste Innovationsschub ist ein “großer Schub”. Innovation und Entwicklung verläuft ja immer schubweise, fast wie bei Simulationsspielen, Civilization & co – und irgendwann fliegen dann Habitate ins All. In “real” waren die letzten 4-5 Jahren vor allem Konsolidierung, die berühmte Optimierung um 10% .. ich denke aber, dass wir bald auch wieder etwas “verrücktere” Sachen sehen werden, Red Bull Stratos ist so ein Beispiel, Virgin Galactic, Mars One — also visionäre Projekte, Utopien, die einen etwas längeren Zeithorizont voraussetzen und uns dann insgesamt, als Gesellschaft, hoffentlich ein Stück weiter bringen.

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Wir werden es sehen – und, einmal mehr gilt das alte Zitat:
The best way to predict the future is to invent it.


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