
Statt dem Shopbetreiber Interview heute mal etwas anderes – ein Nachtrag zu gestern. Es ist eine Sache, seinen Shop mit Produkten zu bestücken und online zu vermarkten. Die meisten Tipps, die einen “schnellen Erfolg” versprechen, gelten fürs Internet: Dort, wo der Kunde bereits ist, ohne Medienbruch, ohne Umwege direkt zu Eurem Shop gelangt.
Nachdem wir aber ja die meiste Zeit immer noch (!) offline verbringen, ist es empfehlenswert, auch mal über eine “Offline Promotion” nachzudenken. Damit meinen wir weniger ganzseitige Printwerbung, oder das lockere Ansprechen von Passanten in der Fußgägnerzone – sondern die gezielte Werbung mit Flyern und Aufklebern. Welche Erfahrungen haben Spreadshirt Partner bei der Nutzung von Flyern gemacht? Wir haben mal im Forum nachgefragt. Hier ein paar Punkte in der Diskussion zusammengefasst:
1. Gestaltung der Flyer
Hat man sich ein Konzept überlegt, ist die wohl wichtigste Frage zu Beginn, wie man den Flyer gestaltet. Am besten so, dass die Info schnell rüberkommt, aber der Flyer trotzdem mitgenommen wird, meint Chrisbears:
Je weniger Werbung die Vorderseite beinhaltet, desto besser. Ein schönes Bild, ein witziger Spruch und allenfalls ganz klein unten rechts die Internetadresse (so, dass sie nicht stört). Solche Flyer (oder Postkarten) nehme ich mit, pinne sie an den Kühlschrank oder stelle sie für ein paar Tage auf meinen Schreibtisch. Und nur solche Flyer drehe ich auch mal um und lese die Rückseite.
2. Format und Druck
Qualität vor Quantität: Achte auf einen guten Druckdienstleister (wir haben z.B. gute Erfahrungen mit MOO gemacht) und nicht nur auf den Preis. Je höherwertiger der Druck, desto höher ist die Hemmschwelle, den Flyer wegzuwerfen. Und umgekehrt: Wenn ein Flyer bereits aussieht wie kopiertes Altpapier, wandert er auch schnell wieder dorthin.
popgarten schreibt dazu:
problematisch sehe auch die normalo flyer aus der online butze auf glänzendem bilderdruckpapier! hier geht man einfach unter in der masse der flyer – alle das selbe format und die selbe haptik.
wenn man wirklich auffallen will muss man was ausgefallenes machen.
vlt. ein alternatives format, oder bzw. und natürlich ein außergewöhnliches design bieten, das den betrachter an den flyer fesselt.
3. Auflage
Die Frage der Auflage hängt mit der Gestaltung und der Verteilung zusammen: bei höherer Auflage sollte man eine etwas zeitlosere Gestaltung bevorzugen – allerdings steigt damit auch das Risiko, dass sich die Flyer “abnutzen” und mit der Zeit nicht mehr wahrgenommen werden.
Satanswerk meint:
ich hab mir letztes Jahr 5000 Stk. Format A7, 4/4farbig 170 g/m² gedruckt. War grafisch passabel, aber ein Schnellschuss und ist jetzt nicht mehr so aktuell. Dh 1. Problem: zu viele Flyer sind nicht gut bei wechselndem Angebot.
Chrisbears empfiehlt:
Die Auflage sollte in 8-12 Wochen weg sein. Der vermeintlich günstigere Preis bei einer hohen Druckauflage relativiert sich schnell, wenn man die Hälfte der Auflage nach 6 Monaten in die Tonne drückt. Und niemand möchte ein Jahr lang immer die gleichen Flyer in seiner Location haben.
4. Verteilung
Viel hilft viel, sollte man meinen – allerdings gibt es auch hier zu bedenken: es macht einen Unterschied, ob man einen Flyer einmal in die breite Masse streut, wo er untergeht – oder der Zielgruppe in seiner Nische eine relevante Information bietet, vielleicht sogar regelmäßig. Wobei Nische auch noch unterschiedlich interpretiert werden kann.
Wildmieze schreibt z.B.:
jetzt hab ich hier noch 3000 A6-flyer für aquarienshirts liegen, die ich bei uns in den meerwasser-abteilungen der läden auslegen wollte .. und die nehmen alle keine werbung mehr an.
verteilkonzept hin oder her, bei meinem “reinfall” kann man sehen, daß sogar flyer, die der ziegruppe direkt vor die füße geschmissen werden, nicht unbedingt was bringen ..
Chrisbears definiert die Nische etwas anders:
Wer seiner Zielgruppe die Werbung vor die Füße schmeißt, muss sich nicht wundern, wenn sich keiner danach bückt. Bringt Eure Werbung da unter, wo sie auch willkommen ist. Die meisten Kneipen haben mich mit meinen Flyern wieder rausgeworfen; der Bäcker um die Ecke hat sich hingegen riesig gefreut, dass er seinen Kunden vor Weihnachten ein schönes Lesezeichen schenken konnte.
romibello lässt die Kundschaft zu sich kommen:
generell finde ich die idee gut, wenn man einen nischenshop hat und an der richtigen stelle wirbt. ich habe hier im büro 2 plakate im schaufenster hängen (mit meinen designs drauf) und es kommen öfters leute rein und fragen wo es die sachen gibt.
5. Incentivierung und “Call to Action”
Ein guter Flyer beinhaltet auch eine Handlungsanweisung: Du kannst z.B. ein Produkt vergünstigt anbieten, um deine Kunden in den Shop zu locken. Wenn du dieses Angebot exklusiv auf dem Flyer bewirbst, hast du gleichzeitig auch eine Erfolgskontrolle. Dennoch sollte man an direkten Bestellungen nicht zu viel erwarten. Zu der Erfolgsquote schreibt popgarten:
das problem an ungezielt gestreuter printwerbung ist die geringe responsrate.
diese liegt bei höchstens 1%. von denen 1% dann auch nur höchstens 1-3% wirklich was bestellen.
Und so gehen auch nach wie vor die Meinungen auseinander, wie viel Offline Werbung letztlich wirkt. Welche Anregungen und Tipps habt ihr sonst noch? Entweder hier kommentieren oder im Forum in die Diskussion einsteigen.
(Foto oben von robotscrapyard)







Euer Artikel passt hervorragen zu meiner derzeitigen Vorbereitung der Print-Werbung in Form einer lokalen Flyer-Verteilung.
Sehr gute Erfahrungen im Bereich des Drucks von Flyern habe ich bereits mit flyeralarm.de gesammelt. Im Moment recherchiere ich nach Verteildiensten in deutschen Großstädten.
Wer kann mit konkreten Erfahrungen und ggf. Responsequoten dienen?
Bei mir im Focus stehen momentan
http://www.eyecatcher.biz
http://www.enormedia.de
http://www.cartelx.de
Danke für Euren Erfahrungsaustausch.
wegen response: ich denke 1% ist realistisch, werte darüber gut bis sehr gut. verteilerdienste kenn ich keine, außer den citycards / edgar kombis, die tweise etwas teuer sind.
Offline – Das klingt irgendwie negativ, finde ich
Auch wir haben darüber nachgedacht, etwas mehr die Werbetrommel zu rühren. Allerdings gehen unsere Überlegeungen mehr in Richtun Give-Aways, die einen bestimmten Zweck erfüllen. Wir sind uns zwar über die Form noch nicht einig; Muss ja auch verdient werden, das Geld für die Werbung, aber Kugelschreiber werden’s definitiv nicht und Feuerzeuge gehen eventuell an unserer Zielgruppe vorbei.
Vermutlich werden es kleine Notizblocks oder PostIt’s. Ich werde dann berichten, wie’s ankam
Werbung kann eigentlich nicht schaden, wenn sie denn nicht zu offensiv betrieben wird. Die Telekom zum Beispiel wirft jede Woche ein Prospekt in unseren Briefkasten, immer sind es die gleichen. Hingegen interessat sind Saturn und MediaMarkt, das sind auch wirklich die einzigen Prospekte, die ich mir tatsächlich angucke. Wahrscheinlich, weil diese beiden Händler modern gestalten und genau mich als Zielgruppe ansprechen.
Hübsche Liste. Aber: Widerspruch, hinsichtlich der Wichtigkeit.
Das wichtigste Werbemittel, offline sowieso, ist das Produkt selbst. Und dann kommt noch die Verpackung…
Guter Artikel, ich habe schon einige Werbemittel von Online Shops bekommen und viele waren eher unprofessionell und haben mehr abgeschreckt als geholfen.
Dank der Flyer kommt der Kunde zu einem, dies aber auch nur wenn der Flyer etwas reizvolles zu bieten hat. Ein lockerer Spruch reicht da meist nicht aus.
Mann sollte auch nicht zu viele drucken lassen, und es nur in gezielte Gruppen verbreiten, sonst landet er im Müll…ich habs selbst mit erlebt
Man muss sein Produkt halt gut integrieren, dann klappts!
Das mit den zuviel gedruckten Flyern kann ich nur bestätigen. Man sollte sich nicht von günstigen Preisen bei einer großen Menge blenden lassen. Gerade am Anfang nicht, weil es ja durchaus passieren kann, dass man seine Strategie oder sein Angebot ändert und dann bleibt man auf den ganzen Flyern sitzen.
Ich bin derzeit ziemlich auf der Suche nach einem perfekten Start und habe dabei erstens Eure interessante Seite gefunden und für alle, denen es so geht wie mir, schaut mal auf http://www.hww.media.de/verlosung.html. Hier findet gerade eine Verlosung für einen Crashkurs statt, der sich mit der Nischenfindung beschäftigt. Hört sich sehr interessant an. Man lernt ja nie aus.
Hallo! Toller informativer Beitrag, habe ihn mit großem Interesse gelesen.
Gute Tipps Danke Danke..
Und schön beschrieben..mit viel liebe.. =)
die besten Grüße Paula