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Glarkware - Der Mann hinter der Brille

Glarkware Shirts ist das Brainchild von Dave, einem Kanadier, der schon seit einiger Zeit als Shirt-Designer und Erfinder des Formats “Television without Pity” Erfolge feiern konnte. Jedes seiner Shirt-Motive kann seine ganz eigene Geschichte erzählen. Das heißt, Dave erzählt die Geschichte, denn er nutzt die Shirts, um seine scharfsinnigen und lustigen Gedanken über das amerikanische Leben und den Zeitgeist mitzuteilen. Zum Beispiel über plündernde Playmobil-Wikinger und ihren Nutzen für die Kindererziehung. (Medium dafür sind zum einen sein Blog, zum anderen die Shirt-Detailseiten). Gerne werden dabei alte Ikonen wie Abraham Lincoln oder sonstiges Treibgut des amerikanischen Zeitgeschehens herangezogen. Manche Motive sind für Nicht-Amerikaner schwer verständlich, funktionieren aber auch rein grafisch ganz gut. Die Drucke sind meist, aber nicht ausschließlich, Digital-Direkt-Drucke. Dave im Interview (Dank an Dave G. vom UK Blog für das englische Original).

Wo kommst Du her, und wo lebst Du jetzt?
Meine Heimatstadt heißt Thorold, in der Nähe der Niagara-Fälle, aber ich habe auch in Toronto und Los Angeles gelebt, und nenne New York jetzt meine Heimat.

Was machst Du, wenn Du mal keine Shirts gestaltest?
Ich habe schon so einiges durch seit den 90ern. Damals hatte Ich meine eigene “interaktive Agentur” (so hießen die Dinger damals), habe Webseiten, Online-Marketing und so’n Kram gemacht. Nebenher habe ich einige Hobby-Projekte vorangetrieben, darunter ein Fernseh-Verulkungs-Format unter dem Titel “TV without Pity”, das ich 10 Jahre später an die NBC verkaufen konnte. In letzter Zeit habe ich mich viel mit Fotografie beschäftigt, das fetzt.

Woher kommt der Name Glark?
Einer meiner Kommilitonen brachte diesen Comic namens Blic heraus. Alle Charaktere hatten diese erfundenen, einsilbigen Namen. Als die Zeit reif war, meine Online-Aktivitäten mal auf ‘ne solide Grundlage zu stellen, entsann ich mich seines Comics und schuf den Namen Glark, den die Suchmaschinen definitiv noch nicht kannten. (Zwischenzeitlich trägt allerdings auch ein Unix Script den Namen Glark)

Wie lang gestaltest Du schon T-Shirts?
Wow, das müssen schon mindestens 10 Jahre sein. Ich fing an, für einen Freund Shirts zu machen, damals, als diese erfundenen, altmodischen Firmennamen Konjunktur hatten. Ein paar meiner Sachen landeten auch in den Regalen der Kette Urban Outfittters.

Was ist der Unterschied zwischen kanadischer und US-amerikanischer T-Shirt Kultur?
Naja, in Kanada heißen die Dinger “Shi-Örts”. Davon abgesehen sind die Unterschiede nicht so groß, nur dass Amerikaner das Wort Timbits (kanad. Bezeichnung für das “Loch im Donut”) nicht verstehen und viel zu laut kichern, wenn man ihnen erklärt, wie das Wort Regina richtig ausgesprochen wird.

Wann und warum bist Du zu Spreadshirt gekommen?
Im Mai 2009. In Toronto hatten wir unser Zeug immer von der lokalen Druckerei abgeholt und brachten es dann abends auf die Post, den dritten Stock unseres Hauses nutzten wir als Lager. Jetzt sind wir in New York City ansässig und leben in einem Apartement von der Größe einer Briefmarke. Seit Spreadshirt Service, Abwicklung und Versand für mich übernommen hat, kann ich unbeschwert designen und neue Projekte lostreten.

Wer ist Zielgruppe für Deinen Shop – und was tust Du, um ihn bekannt zu machen?
Ich glaube, dass einige unserer Anhäger uns noch aus der “Television without Pity” Zeit die Treue halten. Dank meines Jedi-artigen Verhandlungsgeschicks haben wir dort sogar immer noch Anzeigen geschaltet, aber im wesentlichen leben wir von Mund-zu-Mund Propaganda. Das Gute an Spreadshirt ist, dass ich jetzt endlich Zeit habe, einen Marketing-Plan zu erstellen. Ich fühl’ mich so furchtbar erwachsen..

Was gefällt Dir an Spreadshirt, was könnte man besser machen?
Wir sind ein kleines Team, und können uns nicht um so komplexe Aufgaben wie Versand und Abwicklung kümmern. Dass wir einen so guten Partner gewinnen konnten, war unsere Rettung. Noch mehr Auswahl bei den Shirt-Farben könnte ansonsten nicht schaden, und vor allem: gleiche Farben für Männer und Frauen (z.B. Für das American Apparel Shirt)!

Was inspiriert Dich? Was passiert, bis das fertige T-Shirt Design auf Deiner Seite landet?
Das passiert alles ganz natürlich und unforciert. Zum Beispiel wenn ich mit meiner Frau zusammen Fernsehen schaue. Wir schnappen einen Kommentar oder ein Zitat auf, unterhalten uns darüber, und zack: ist ein Shirt-Motiv geboren. So war es auch beim Shirt Swedish Mafia: Efficient But Deadly. Ein Freund aus Chicago meinte immer, er könne sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie diese schwedische Bäckerei bei ihm in der Nachbarschaft all ihre entsetzlichen Backwaren loswerde. Es musste sich offensichtlich um einen Geldwäschebetrieb handeln.

Was ist Dein Lieblings-Shirt?
Hey, diese Spiel spiele ich nicht mit. Oder warte, wenn überhaupt dann: Bigfoot gegen Lincoln. Ich bin ein grosser Bewunderer sowohl Lincolns als auch des Lächerlichen.
 
Hast Du schon mal jemanden mit einem von Deinen Shirts gesehen, den Du nicht kanntest?
Seit ich in New York wohne, sehe ich die permanent. Hier ist Glarkware Central! Ich halte die betreffende Person dann übrigens an, umarme sie lang und umständlich, und ohne irgendwas zu erklären, flüstere ich ihr ins Ohr: “Thank you my friend “, gehe dann weiter.
 
Wo treibst Du Dich im Netz gerne herum?
Ich bin immer wieder auf Flickr, um Ideen für meine Fotografie zu sammeln. Auch Webcomics lese ich ganz gerne, zum Beispiel:
- The Abominable Charles Christopher
- Thinkin’ Lincoln
- Damn Hell Ass Kings

Jedes Deiner Shirts hat eine Geschichte zu erzählen..
So isses. Sie alle begannen ihr Leben als Einmal-Joke oder seltsame Idee.
 
Magst Du Ironie?
Das ist ein Druckfehler. Ich mag Aronie, eine Vitamin C-reiche Beerensorte
 
Glarkware bringt jeden Tag neue Shirts heraus. Was erwartet uns in den kommenden Monaten?
Im Moment bringen wir ein paar Glarkware-Klassiker neu heraus. Es wird auch brandneue Shirts geben, sobald wir damit fertig sind. Im Herbst dann Hoodies.
 
Wenn Du ein T-Shirt wärst, wie würdest Du aussehen?
Medium. Weiss.

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2 Responses to “Glarkware - Der Mann hinter der Brille”


  1. 1 by Jonás | Jun 24th, 2009 at 12:46 pm
    Gravatar of Jonás

    Irre ich mich, oder ist das Foto mit dem Gossip Girl Shirt eine Bildmontage und das Shirt erst mit Photoshop bedruckt worden? Wenn ja, warum?

  2. 2 by Michel | Jun 24th, 2009 at 1:30 pm
    Gravatar of Michel

    Hi Jonas, mglw hast Du recht - und der Shop-Partner hat tatsächlich nachgeholfen. Wir waren’s nicht..

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