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Mitarbeiter im Gespräch - Michael Bryce

Michael arbeitet im Spreadshirt Personal, auch „Human Resources“ genannt. Das Bild täuscht nicht: Michael hat himmlischen Humor und kann große Mengen inspirieren. Neben Engelsflügeln hat er auch eine große Kollektion von Schafspelzen im Schrank. Michael im Interview.

Wann und wo bist Du geboren?
Am 6. September 78 in Berlin-Köpenick, ab dem dritten Lebensjahr im schönen Hellersdorf/Marzahn (daher auch die Frisur).

Dein Vater ist Engländer, Du bist aber in der damaligen DDR aufgewachsen. Wie kommt’s?
Mein Vater war als Gastdozent für Deutsch und Französisch eine Zeitlang in Leipzig. Ich nehme an, meine Mutter hat sich in seinen Vorlesungen mit rotem Kopf und kurzem Rock in die erste Reihe gesetzt. Nachdem Sie sich gefunden hatten, gab es nur die Optionen: Entweder in den Westen, dann aber nie mehr zurück. Oder aber in der DDR bleiben. Und das haben sie dann auch gemacht. Allerdings sind sie nicht in Leipzig geblieben, sondern nach Berlin gezogen. Angeblich, weil meine Oma nicht wollte, dass wir später mal so sächseln. Mein Vater arbeitete dann als Reporter für Radio Berlin International, die “Deutsche Welle” der DDR

Was ist britisch an Dir?
Ich nehme an vor allem der Humor.

Monty Phython und Mr Bean?
Weder noch. Aber die Fernsehserie The Office trifft es ganz gut. Ansonsten mag ich die Sprache insgesamt, Fußball, kalorienhaltiges Essen..und man hat mich hier und da auch schon in Ben Sherman Klamotten gesehen.

Was ist das entsetzlichste Einzelhandelsprodukt in UK - und was das beste/leckerste? So genau weiß ich das nicht mehr, dazu bin ich zu selten da. Bei meiner englischen Oma gab’s immer Angel’s Delight, so ein süßer Fertigpulver-Pudding, pure Chemie aber saulecker. Marmite als Brotaufstrich unter den Käse. HP Sauce und Fish ‘n Chips (so abgedroschen wie es klingt) sind auch sehr lecker. Entsetzlich: Diese süße Brause, die Peter mal mithatte. Angeblich schottisches Nationalgetränk. Gefühlte 2kg Zucker pro Liter.

Wie war Dein weiterer Werdegang?
Abitur in Berlin, anschließend ein Jahr Zivi beim DRK. Hauptsächlich Belieferung der mobilen Blutspende-Busse mit Mett- und Käsebrötchen. Danach Studium in Mittweida, anschließend ein Jahr England an der Warwick Business School. Erster Job: Trainee bei der Bavaria Film in München. Denkwürdigstes Highlight während dieser Zeit: Als Set-Runner bei der ZDF-Vorabendserie „Die Rosenheim-Cops“ habe ich das Wohnmobil des Hauptdarstellers bei einem gewagten Kurvenmanöver frontal gegen einen parkenden Mercedes Sprinter gesetzt. Anschließend: Referent der Geschäftsführung bei der Bavaria Production Services (Kamera- und Lichtdienstleister für Filmproduktionen der Bavaria Film); während dieser Zeit habe ich gemerkt, dass ich in die Personalabteilung gehöre. Kurzer Zwischenstopp in Hamburg, danach Spreadshirt in Leipzig.

Was sind Deine Aufgaben bei Spreadshirt?
Zu Beginn, im November 2007, habe ich zunächst Jana unsere CEO als Projektassistent unterstützt, die andere Hälfte meiner Zeit war HR gewidmet. Seit Ende des Umzugs bin ich zu 100% HRler. Schwerpunkt sind vor allem Personalentwicklung und Recruiting, außerdem Employee Relations, also sämtliche Themen und Fragen, die zwischen Mitarbeiter und Firma im Laufe der Arbeit aufkommen… und natürlich geklärt werden müssen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Früh gibt’s erstmal ein standesgemäßes „Good morning, Astrid, how are you today?“ Das hat sich mit der Zeit so eingebürgert. Zum Mittag gehe ich am liebsten raus und das gern auch mit unterschiedlichen Kollegen. Nicht, weil ich das muss oder weil man das als HRler so macht, sondern einfach, weil es mich interessiert, was die Kollegen in den anderen Abteilungen so treiben. Man kriegt meiner Meinung nach zu wenig mit, wenn man ausschließlich mit Kollegen aus der eigenen Abteilung unterwegs ist. Im Idealfall spricht man dabei nicht nur über die Arbeit. Falls doch, sehe ich unsere Rolle als HR vor allem als Zuhörer und ggf. Mittler. Schließlich ist es eine unserer Hauptaufgaben, das Unternehmen und seine Prozesse so mitzugestalten, dass jeder Mitarbeiter an dem Platz sitzt, wo er am besten zu seiner persönliche Entwicklung und der Leistungsfähigkeit des Unternehmens beitragen kann.

Welche Hobbies pflegst Du?
Ich spiele ziemlich gern – so richtig klassisch Karten- und Brettspiele, Skat zum Beispiel. Fußball-Live-Konferenz im MDR am Samstag 15:30 ist Pflicht, hin und wieder gibt’s abends auch mal ein Buch. Selber Sport treiben tut mir sehr gut; mein Vater nannte es mal geistige Hygiene. Ohne Sport fange ich also mental an zu stinken.

Wenn Du Dein Alter Ego beim Einkaufen triffst, was würdest Du ihn fragen?
Weißt Du, warum es die Dentagard hier nur in dieser weichen Tube gibt und nicht als stehende, harte Tube, aus der man die Zahnpasta viel besser dosieren kann?

Du bist jetzt Michael. Wie wird Deine Karmakette weitergehen, sprich: wie wirst Du dich künftig inkarnieren?
Von Karma und Inkarnation halte ich ehrlich gesagt nicht viel. Schlechte Ausrede dafür, zuviel dem Schicksal zuzuschreiben und damit Lebensverantwortung aus der Hand zu geben. Mein Motto: Ein Leben, hier und jetzt. Mach was draus.

Was ist weiblich an Dir?
Meine ausgeprägte rechte Gehirnhälfte.

Gut ausgewichen..
Frag mal lieber Bettina dazu, meine Ex-Kommilitonin und jetzt Product Manager für den Endkunden-Bereich. Sie attestierte mir vor langer Zeit schon zahlreiche, relativ gut ausgeprägte weibliche Gene. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das als Kompliment zu werten ist oder nicht. Wir sind jedenfalls immer noch befreundet.

Was kannst Du gar net leiden?
Ich habe eine Schwäche für die „romantische“ Seite der Mafia. Loyalität ist mir sehr wichtig. Leider eine sehr vernachlässigte Tugend – ergo: illoyale Menschen. Und die Tatsache, dass mein Freund Jan, der immer noch denkt, dass Otto Rehagel die Bayern trainiert, jedes Jahr besser im Bundesliga-Tippspiel ist als ich.

Welche Musik, Bücher oder Filme haben Dich in letzter Zeit bewegt?
Haruki Murakami‘s „Kafka am Strand“. So richtig bewegt hat mich „Der Vorleser“, auch wenn das schon länger her ist. Und so ziemlich alles von Stefan Zweig. Filme: Fällt mir spontan Million Dollar Baby ein, auch schon bisschen älter. Generell mag ich Filme und Bücher, bei denen es um die leisen, unscheinbaren Situationen im Leben geht. Diese lösen meist viel größere Eruptionen aus, als die sogenannten großen und wichtigen Momente im Leben. Diese werden meines Erachtens von vielen überbewertet.

Dein Lieblings-Designer?
Auweia, habe ich keinen. Moment: Ich liebe doch alle Designer!

Obama oder McCain? Dein Tipp, Deine Präferenz?
Keine Ahnung. Ich schaue eher auf jene Dinge, die mein Leben beeinflussen und auf die ich dabei selbst Einfluss nehmen kann. Obama oder McCain werden über den bekannten Butterfly-Effect wohl einen klitzekleinen Einfluss auf mein Leben nehmen. Da ich diesen jedoch nicht steuern kann, ist es mir im Grunde meines Herzens herzlich egal, wer die Wahl gewinnt.

Vielen Dank! Wer soll das nächste Interview geben?

Ben Rinner

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1 Response to “Mitarbeiter im Gespräch - Michael Bryce”


  1. 1 by Jay1 | Oct 30th, 2008 at 9:24 pm
    Gravatar of Jay1

    Hi Michael, interessanter Werdegang. Beim Thema Lieblingsdesigner, wie wäre es denn da mit Shepard Farley von Obeyclothing?
    http://obeyclothing.com/ Der macht auch coole Kunst. ;=)

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