
Bücher verbieten - sowas macht man, möchte man meinen, heutzutage - zumindest in nicht-dikatorisch regierten Staaten - ja kaum mehr. Möchte man meinen. Von wegen.
In den USA wird seit 1982 die “Banned Book Week” als Erinnerung daran begangen, dass es einige Publikationen, die z. B. vermeintlich zuviel Religion, Gewalt oder Sex enthalten, doch noch sehr schwer haben, in öffentliche Büchereien oder die Bestände von Schulen zu kommen (weitere Informationen z. B. auf Spiegel Online).
Weil Spreadshirt die freie Meinungsäußerung als sehr hohes Gut betrachtet und findet, dass sie in bzw. auf allen Medien möglich sein sollte, solange sie nicht die Freiheit anderer einschränkt, anzweifelt oder verhöhnt, möchten wir gerne Aufmerksamkeit auf die Banned Book Week, die dieses Jahr am 27. September begann und noch bis zum 4. Oktober läuft, lenken.
Und tun das, indem wir in den kommenden Tagen mal ein paar unserer Lieblingsbücher vorstellen. Ich mach den Anfang und lege Euch folgende ans Herz: The Pirate´s Dilemma, Marke Eigenbau und Display of Power.
The Pirate´s Dilemma
Pirate´s Dilemma ist “das Buch, das Ami immer schreiben wollte” und erklärt - analog zum sog. “Prisoners Dilemma” - wie Unternehmen auf den “Markteintritt” von “Piraten” reagieren können/müssen/sollen. Auf dem Weg zu dieser Erklärung beschreibt es Kapitel für Kapitel den Einfluss von (ex-)Jugendkulturphänomenen auf die aktuelle (Kultur-)Wirtschaft. Dabei gelingt Autor Matt Mason das Kunststück, sehr sehr viele Türen aufzumachen, ohne ein einziges Mal wie ein oberflächlicher Besucher zu wirken und am Ende alles so einfach aussehen zu lassen, wie es tatsächlich ist.
Marke Eigenbau
Das neue Werk von Holm Friebe (u. a. “Sie nennen es Arbeit”, Riesenmaschine) und Thomas Ramge (u. a. Brand Eins) beleuchtet einen Trend, der v. a. in den Staaten nicht mehr zu übersehen ist und der auch hierzulande mehr und mehr um sich greift: den Trend zum Selbermachen. Der Erfolg von Etsy, Dawanda und co. ist der beste Beweis dafür, dass die Erzeugnisse von Heimarbeitern, Handwerkern und/oder “Hobby”künstlern dank Internet und Globalisierung inzwischen eine echte Alternative zu massengefertigten Produkten darstellen können und Ihren Erzeugern und Erzeugerinnen z. T. ordentliche Einnahmen verschaffen. Wir freuen uns, dass auch Spreadshirt und laFraise in dem Buch auftauchen und werden nicht zuletzt deswegen die Tage auch noch ein kleines Interview mit Holm Friebe hier posten.
Display Of Power - How Fubu changed a World of Fashion, Branding and Lifestyle
Meine ganz persönliche Bibel für alle, die “an own label” starten wollen. Der CEO von Fubu - einer der ersten Marken, die sehr erfolgreich Mode als fünftes Element des HipHop etablieren konnte - erzählt u. a. von frühen selbstgenähten Hüten, improvisierten Messeauftritten, dem Umbau des Hauses seiner Mutter zur Fubu-Kommandozentrale und die fatale Ignoranz, die “weiße” Marken häufig einer vermeintlich minderbemittelten, schwarzen urbanen Zielgruppe gegenüber zu Tage legten. Sehr motivierend, sehr inspirierend, ja schon fast rührend - diese (nicht ganz neue) Parade- vom-Tellerwäscher-Zum-Millionär-Geschichte.


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ey, das mit pirate’s dilemma war ein “privatzitat”, doo ;-)
ps. was ich bei marke eigenbau außerdem noch cool finde, (außer dass ich sogar als andreas miles zitiert werde ;) ist dass es beiläufig die derzeitige outdoorseuche erklärt - und warum alle plötzlich nur noch in TüNeFf, vaude, salewa wolfskin und so weiter rumlaufen als wären sie auf dem weg zur nächsten polarkappenwanderung. denn solange man 300 öre ausgibt für treckingstiefel (”werkzeug”) ist das legitim, aber wehe man gibt 250 für lackstiefelchen aus - dann ist das einfach nur dekadent. insgesamt ein guter rundumschlag, und sehr kurzweilig.
naja, die wolfskin und northface-seuche gibts ja schon viel länger. Mir fällt da immer nur die herrlich selbstironische Werbung von (ich glaub es war) Nike ein :
“What are you getting ready for?”
wobei die marke northface denke ich eine leicht andere geschichte als z.b. jack wolfskin ist und ihre popularität eher durch die zwischendurch-vereinnahmung durch die amerikanische hiphop-szene als durch funktionskleidungsaffine europäer steigern konnte.
Ha, was wird mein Wort des Tages: Funktionskleidungaffin. :)
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