Die Debatte um Nachhaltigkeit bei Textilien hat an Fahrt gewonnen. Und droht auch schon wieder einzuschlafen. Aber nicht für uns: während wir dabei sind, die Herkunft unserer Produkte nachzuweisen und zu veröffentlichen, schauen wir auch, wie die anderen das machen. Patagonia zum Beispiel. Der Anbieter von Outdoor-Kleidung aus Kalifornien gilt als Vorzeigeunternehmen, mit paradiesischen Bedingungen für Angestellte und Fasern. Ich sag nur: drei Stunden Mittagspause zum Surfen oder Radfahren, firmeneigener Kindergarten, zwei Monate Umweltpraktikum pro Jahr. Und der Laden brummt. Letzte Innovation: die eigenen Produkte werden gnadenlos schlechtgemacht. Oder auch gut, je nach Umweltbilanz. Kodename: Footprint Chronicles
Für unsere Nine Trails Shorts nutzen wir jungfräuliches, nicht-recyceltes Polyester. Es hat einen hohen Spandex-Anteil und kann darum auch nie mehr recycelt werden. Außerdem trägt die Shorts einen wasserresistenten Überzug, der in der Umwelt nicht mehr abgebaut wird. Die Hose legt übrigens 16262 Km zurück, bis sie in unserem Lager in Reno, Nevada anlangt. Der bei der Produktion entstehende Co²-Ausstoß beträgt 1,4 Kg, insgesamt 4,4 kWh Energie gehen dabei drauf und 57 Gramm Müll bleiben schließlich übrig.
Mal ehrlich: einen Produkt-Texter, der sowas einreicht, würde man doch feuern, oder? Bei Patagonia haben diese Texte Prinzip: im Rahmen ihrer Footprint Chronicles listen sie insgesamt zehn Produkte mit konkreten Angaben zu ökologischen Parametern auf. Auch in punkto Herstellung ist der Kletteranbieter radikal offen. Ähnlich wie Nike und Levis bietet Patagonia die Adressen aller Zulieferer als Liste zum Herunterladen an.
Damit zählt Patagonia in den beiden Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie und Sozialstandards – eindeutig zu den Vorreitern. Wie sie das gemacht haben, welche Fehler begangen wurden und warum sie trotzdem noch gerne in China produzieren, erzählen sie in ihrem lesenswerten Manifest zur Patagonia-Verantwortung
Wie wichtig es ist, auf Baumwolle aus biologischem Anbau umzusteigen, hämmert mittlerweile selbst die traditionsreiche BBC den britischen Kids ein. In ihrem Nachhaltigkeits-Mag “Thread” kann man sich über den herkömmlichen Baumwollanbau gruseln . Oder auch anschauen, was passiert, wenn konsumfixierte Londoner Styler in indischen Sweatshops arbeiten müssen.
Thema “Wasser predigen und Wein trinken”: der Anteil von Biobaumwolle im Sortiment meines eigenen Kleiderschranks beträgt 0,2%. Und das auch nur, weil ich ein T-Shirt auf dem Karmakonsum-Kongress gekauft habe. Einer der Hauptgründe: es gibt sie – die Artikel aus Biobaumwolle – selten im Handel. Und wenn, dann sind sie gerne deutlich teurer als konventionelle Baumwolle (zumindest bei Jeans). Oder man sieht ein tolles Motiv oder einen gelungenen Schnitt, und dann ist es garantiert keine Biobaumwolle. Anders als Bio-Nahrung ist Bio-Kleidung einfach kein Pop.
Bei individuellen T-Shirts könnte das anders sein. Spreadshirt beispielsweise bietet ökologische Shirts von AA und Continental. Bislang in drei Farben. Mehr sind unterwegs. Versprochen.








servus michel,
wie sieht es eigentlich mit dem abbau-verhalten der plott drucke aus?
lg,
flachsi
hi flachsi,
die folien sind ökotex100 zertifiziert (d.h. schadstoff-frei) und bestehen aus PET, d.h. sind zu 100% recycelbar.
dazu hat tobi im zusammenhang mit dem earth day schon was geschrieben: http://blog.spreadshirt.net/de/2008/04/18/flex-und-flock-und-wie-passt-das-zum-earth-day/
Hey Michel, interessanter Beitrag, danke!