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Menschenrechte auf Baumwolle?

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Dass T-Shirts auch politische und manchmal sogar sicherheitspolitische Relevanz haben, ist ja bekannt. Kürzlich hat auch Spreadshirt einige “Free Tibet”-Motive zum Kauf angeboten und sich verpflichtet, 5 Euro pro verkauftem Shirt an Amnesty International zu spenden. Die Ergebnisse sind finanziell gesprochen nicht überwältigend - 103 verkaufte Artikel=515 Euro Spende - haben aber zu einer interessanten und wichtigen Diskussion geführt.

Doch während wir noch im Trockenen und Meinungsfreien sitzen, machen andere einfach los. Die schier unglaubliche Geschichte einer mutigen Bürgerin, die mit ihrem Motiv Human Rights die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbeamten in Peking erregte, erreichte uns via MdB Volker Beck.

“Ich habe das T-Shirt vor einigen Tagen auf dem Tiananmen-Platz vor dem Tor des Himmlischen Friedens in Peking getragen. Prompt reagierten die Sicherheitskräfte und stellten unseren Reiseleiter von ChinaTours zur Rede. Seine persönlichen Daten wurden notiert und seine Reiseagentur angerufen. Ich wurde aufgefordert, das T-Shirt mit den chines. Schriftzeichen zu bedecken. Unsere gesamte Reisegruppe wurde ca. 1 Stunde am Weitergehen gehindert.
Es wurde mehrfach ein jeweils ranghöherer Sicherheitsbeamter per Handy gerufen. Schließlich fuhren wie im Krimi zwei Polizeiautos vor, Beamte sprangen heraus, filmten und fotografierten mich. Eine Sicherheitsbeamtin, die englisch sprechen konnte, fragte mich aus und notierte sich alles. Folgende Fragen wurden ca. gestellt:

- Wo wurde das T-Shirt gekauft?
- Wer hat die chines. Schriftzeichen aufgedruckt?
- Warum ich dieses T-Shirt trage?

Ich sagte ihr, dass ich für Menschenrechte auf der ganzen Welt sei und dass ich auch mit anderen Staaten wie z.B. den USA unzufrieden sei. Ich vermied lieber das Wort “kämpfen” für Menschenrechte und habe auch nicht das Reizthema “Tibet” angesprochen. Trotzdem dauerte das “Verhör” fast eine halbe Stunde. Nach weiteren Telefonaten durfte unsere Reisegruppe weitergehen. Wir wurden aber noch mehrere Stunden zunächst von Polizisten, später von drei Männern in Zivil beschattet. Sie folgten uns in gewissem Abstand. Als mich eine chinesische Familie mit einem kleinen Kind um ein gemeinsames Foto bat, gingen die “Beschatter” dazwischen und haben es der Familie unter Hinweis auf Polizei verboten.
Ich habe der Sicherheitsbeamtin bereits angekündigt, dass es in den nächsten Wochen und Monaten noch viele Menschen geben wird, die dieses T-Shirt tragen und habe sie mehrfach gefragt, was denn an der Forderung nach Menschenrechten schlecht sei. Außerdem haben wir den Spruch für die olympischen Spiele 2008 aufgegriffen und ergänzt:

ONE WORLD - ONE DREAM - HUMAN RIGHTS

Scheinbar gehört der Begriff der Menschenrechte für die chinesische Bevölkerung nicht zum allgemeinen Sprachgebrauch. Ich glaube, sie können sich darunter nichts vorstellen. Nur ein junger Student, der bereits 1 Jahr in den USA gelebt hatte, sprach mich später begeistert an und bat um ein Foto von mir mit dem T-Shirt.
Ich hoffe, dass noch sehr viele Menschen dieses T-Shirt in China tragen, besonders zur Olympiade! Es kann aber gut sein, dass sie bei Anschuldigungen oder unbedachten Äußerungen gegenüber den Sicherheitskräften “aus dem Verkehr” gezogen oder ausgewiesen werden.”

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9 Responses to “Menschenrechte auf Baumwolle?”


  1. 1 by Josis | Jun 15th, 2008 at 11:11 am

    haha. respekt. das ist mal wirklich eine geile aktion. traurig nur, dass es sowas auf der welt noch gibt.

  2. 2 by Josis | Jun 15th, 2008 at 11:12 am

    mal ne frage: macht dieser beck damit geld? das wär ja irgendwie daneben.

  3. 3 by alex | Jun 16th, 2008 at 9:53 pm

    Leute lasst das schon. gibt es nichts ausser Tibet? Schaut doch vor eurer Nase. Es gibt genug Probleme in DE. Steckt doch eure Nase nicht überall wie USA.

  4. 4 by Mathias | Jun 17th, 2008 at 8:02 am

    Hi Josis,
    Volker Beck spendet das Geld (direkt ohne Umwege) für den guten Zweck. Kuckst Du hier: http://355827.spreadshirt.net/-/-/Shop/ LG Mathias

  5. 5 by Siegfrid | Jun 17th, 2008 at 8:18 pm

    Die T-Shirt Aktion finde ich spitzen mäßig, aber zu sehr in die Krise sollten wir uns nicht einmischen. Das könnte nur Ärger geben.

  6. 6 by jonas | Jun 19th, 2008 at 7:01 pm

    ach nett, jetzt schreibt auch spon über die ökoguerillaaktion aus dem pingback unten: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,560653,00.html

    wie war das mit sweatshops bei spreadshirt? immerhin erwähnt der artikel spreadshirt nicht nicht direkt… könnt ihr dazu nochmal was “offizielles” sagen?

  7. 7 by ami | Jun 20th, 2008 at 3:39 pm

    im moment leider nicht, wir werden uns aber in kürze dazu äußern.

  1. 1 Öko-Guerilla-Bloggerin vs. Tchibo - und die Rolle von Spreadshirt
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