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Meet A Spreader - David Dimitrov

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David Dimitrov ist Spreadshirts Controller. Was genau das ist, warum er einmal im Jahr nach Plovdiv fährt und warum seine Zukunft im Keller geboren wurde, erzählt er im Interview.

Wie alt bist Du?
Ich bin gerade 29 geworden.

Wo bist Du geboren und aufgewachsen?
Ich bin in Thüringen, genauer Leinefelde, südlich des Harz geboren. Ab dem 14. Lebensjahr habe ich dann ein Internat in Erfurt besucht.

Wie ist Dein Werdegang?
Nach dem Besuch des Albert-Schweitzer-Gymnasiums kam die obligate Bundeswehrzeit. Die habe ich freiwillig verlängert, um mir mein erstes Motorrad zusammenzusparen: eine Suzuki GSX-750 F.

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Dann habe ich in Magdeburg an der Uni und in Leipzig an der Handelshochschule BWL studiert. An der HHL habe ich das erste Mal von „spreadshirt“ gehört, wusste aber nicht, wer genau dahinter steckt und was da im Kellergeschoss der Uni wohl passiert – die Geburt meines Arbeitgebers.

Seit wann bist Du bei Spreadshirt? Was genau machst Du bei Spreadshirt?
Seit November 2006. Ich habe die vieldeutige Aufgabe des Chef-Controllers inne – eigentlich weiß niemand so genau, was das ist. Kurzfassung: Mein Team und ich lassen sich von Mama den Kassenbon und von Papa die Kneipenrechnungen (oder auch umgekehrt) geben und schauen, ob sie im Vorjahr nicht die Hälfte ausgegeben haben. Es dreht sich um Soll- und Ist-Werte, die Ermittlung von neuen Soll-Werten, aber auch akutes Trouble Shooting: wenn das Budget irgendwo über- oder unterzogen wird, sind mein Team und ich gefragt, das zu analysieren und zu erklären. Innerhalb der Firma verstehe ich unsere Abteilung als „Shared Services“. Das heißt, wenn jemand eine Kennzahl, einen bestimmten Teil-Umsatz oder eine nach Schuhgrößen gefilterte Kundenbasis sucht, kann er sich an uns wenden. Motto des Controllers: „Ich sehe was, was Du nicht siehst“

Was muss ein guter Controller können?
Der Controller hat eine ambivalente Position. Einerseits will er die einzelnen Abteilungen fördern und ihnen Raum für ihre Ideen geben. Andererseits schielt er ständig auf Profitabilität. Er braucht daher Autonomiebewusstsein, muss aber trotzdem teamfähig sein. Eine morbide Vorliebe für Zahlen und eine gesunde Beziehung zu Excel sind von Vorteil.

Was hast Du vor Deiner Zeit Spreadshirt gemacht?
Zuerst war ich bei Daimler. Eine spannende, aber auch aufreibende Erfahrung. Beim Konzern mit dem Stern hat nämlich jede Abteilung ihr eigenes Controlling. Das führt zu interessanten Diskussionen, welche der ermittelten Kennzahlen eigentlich die richtige ist. Eine wichtige Erkenntnis ist für mich seitdem, dass es so etwas wie eine Controlling-Hoheit braucht, ein Platz, an dem die Zahlen zuhause sind. Bei Spreadshirt war dann alles anders: ein Unternehmen im Aufbau, das mitunter mehr Anforderungen an mich stellte, als meine Berufserfahrung hergab. Seinerzeit etablierte sich das Prinzip „Common Sense“ als anerkannte Problemlösungsmethode. Nach meiner Erfahrung aus dieser Zeit ist es aber auch nicht immer wichtig, alle möglichen Konzepte zu kennen. Häufig genügt auch einfach eine Gruppe schlauer Leute. Ich bin im übrigen davon überzeugt, dass das Geschäftsmodell der meisten Unternehmensberatungen nur deshalb funktioniert, weil viele Unternehmen das Selbstvertrauen verloren haben, neue Probleme intern zu lösen.

Deine Prognose: wie wird sich Spreadshirt entwickeln?
Dadurch, dass ich einen relativ guten Einblick in die Geschäftsentwicklung habe und auch einige der Stoßrichtungen kenne, kann ich sagen: wir werden in diesem Jahr stärker wachsen als im vergangenen Jahr und auch unsere Profitabilität noch deutlich verbessern. Das ist u.a. das Verdienst eines mittlerweile verbreiteten Effizienzdenkens in der gesamten Firma in Verbindung mit der gestiegenen Aufmerksamkeit, die wir der Finanzseite widmen.

Ehrlich gesagt habe ich vor diesem „Effizienzdenken“ auch manchmal Angst: die Arbeit unserer Abteilung zum Beispiel, der Brand and Communication, lässt sich ja nur mittelbar messen. Sollten wir die Rollos runterziehen, wenn Du an uns vorbeiläufst?
Fear not! Ich habe einen Marketing-Schwerpunkt im Studium gehabt, weil der Controlling-Part mir eigentlich zu trocken war. Sagen wir mal so: die Argumente, die die Marketing-Seite mir entgegenbringt, kenne ich alle schon ;)

Was sind Deine Hobbies?
Ich bin Mobilist – habe einen Faible für alles, was mich vollphysisch beschleunigt. Ob ICE, Auto, Motorrad oder Fahrrad, auch Segeln und Fliegen sind für mich keine Zeitverschwendung (habe gerade erst einen Segelgutschein von meiner Frau geschenkt bekommen - vielleicht wird’s ja ein neues Hobby). Zum Spazierengehen müsste ich mich dagegen überwinden.

Welche Musik magst Du?
Ich hatte mal eine Brahms-Phase, aber das ist vorbei. Heater von DJ Samim oder auch Klassiker wie Tone Loc’s Funky Cold Medina sehen mich auf der Tanzfläche.

Was für Bücher liest Du?
Zu Büchern habe ich eine Beziehung mit Brüchen. Zwischen Schulzeit und Daimler war da nicht viel. Vor ca. 4 Jahren aber, kurz nach meiner Entscheidung pro Industrie (Daimler) und gegen die Investmentbankbranche habe ich spaßhalber das Buch Monkey Business gelesen, sozusagen als Rechtfertigung für meine Entscheidung. Das Buch wurde mir von einem Investmentbanker seinerzeit empfohlen. Das war der neuerliche Startschuss zum Lesen. Es folgte ähnlich amüsante Business-Lektüre wie „Liar’s Poker“ oder „Das Peter Prinzip“. Besonders empfehlen möchte ich ein Buch von meinem Freund Bill Bryson. Wir kennen uns nicht persönlich, zumindest kennt er mich nicht, aber nach ein paar Seiten in „In a Sunburned Country“ denkt man, er ist ein guter Kumpel, der einem von einer spannenden Reise in Australien erzählt. Die eigentliche Empfehlung aber ist sein Meisterwerk A Short History of Nearly Everything.

Was ist Dein Leibgericht?
Im Moment: ein saftiges Rinderhüftsteak, indirekt gegrillt. Ich nehme das Grillen sehr ernst und diskutiere auch gern, wenn ich mal nicht selbst am Grill stehen darf.

Matthias hat gesagt, ihn würde interessieren, was an Du an Zahlen so spannend findest?
Matthias reichen ja Null und Eins, als Controller habe ich es aber mit dem gesamten Spektrum bis hoch zur neun zu tun. Spaß beiseite, grundsätzlich habe ich für mich im Berufsleben einige Werte definiert, nach denen ich mein Handeln bestimme. Das sind Verbindlichkeit und Integrität. Zahlen an sich helfen, Verbindlichkeit messbar zu machen.

Du heißt David Dimitrov. Woher kommen Deine Eltern?
Das ist der Familienname meines Vaters, der aus Bulgarien, genauer Plovdiv stammt (manche kennen vielleicht den Verein „Traktor Plovdiv“). Meine Familie und ich sind soweit es geht einmal im Jahr dort. Bulgarien ist “Off the beaten track” - ein tolles Land zum Urlaub machen. (Wer eine Empfehlung möchte, darf sich gern an mich wenden!) Relativ günstig sind auch die Grundstückspreise: ein schönes Strandhaus kostet dort noch ca. 100.000 Euro. Und dann natürlich der bulgarische Schafskäse, der beste seiner Spezies:
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Kann man übrigens auch im Casablanca in der Karl-Heine-Straße kaufen:

casablanca-markt.JPG

Vielen Dank für dieses Interview! Wer soll das nächste geben?
Mirko Bröcker, unser zweiter Personal-Export nach US. Und bei Spreadshirt Greensburg für vieles verantwortlich, für das es in Leipzig schon einzelne Abteilungen gibt.

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1 Response to “Meet A Spreader - David Dimitrov”


  1. 1 by Christian | May 13th, 2008 at 2:45 pm
    Gravatar of Christian

    Das mit Commander Masterchief ist die versteckte Ebene, stimmts? Stimmts?

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