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Der kodierte Mensch - Interview mit Emma Cott

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Wer Spaß an Geheimbotschaften hat, sollte sich bei Emma Cott umschauen: die Münchner kodieren Slogans oder Webadressen zu einem Balkencode, den man mit Fotohandy plus Software entschlüsseln kann. Dieser Code wird dann auf ein T-Shirt gedruckt und kann von Passanten und Schaulustigen dechiffriert werden. Das ideale Dating Tool, könnte man meinen, insbesondere, wenn das Fotohandy einen geschwind auf die eigene Profil-Seite leitet..auf jeden Fall ein interessantes Schlaglicht auf Self-expression, das Monatsthema im Blog.

Seit wann betreibt Ihr Euren Shop?
Wir haben das Label Emma Cott Anfang Februar dieses Jahres gegründet. Seitdem betreiben wir auch den Spreadshirt-Shop.

Wie bist du auf die Idee mit den QR-Codes gekommen?
Wir sind immer auf der Suche nach den neuesten Kommunikationsmitteln bzw- trends. QR-Codes haben wir bereits seit über einem Jahr beobachtet und haben Ende letzten Jahres begonnen, mit den Codes zu experimentieren. Dabei kam uns auch die Idee, QR-Codes als gestalterisches Elements auf Kleidungsstücken einzusetzen und ein neues Label zu gründen: emma cott.

Kannst du kurz beschreiben, wie das mit dem QR Code funktioniert?
Ein QR-(Quick Response) bzw. Mobile-Code ist ein zweidimensionaler Barcode, der es ermöglicht, Informationen auf kleine Bildflächen zu verdichten und zu verschlüsseln. Um diesen, in Japans Handy-Welt bereits explosionsartig verbreiteten Code zu entschlüsseln, genügt ein normales Fotohandy, ausgestattet mit der passenden Software.Und so funktioniert es: Einfach die Handykamera auf den Code richten. Das quadratische Raster wird gescannt und mit dem installierten Code-Reader decodiert. Nun wird entweder die versteckte Kontextinformation angezeigt oder man wird auf eine mobile Website weitergeleitet, die zusätzliche Hintergrundinformationen zur Kollektion beinhaltet.

Wie werden die Codes aufs Shirt gebracht?
Wir betreiben ja zwei Shops. In dem einen können Shirts mit von uns vorgegebenen Motiven gekauft werden – ein klassischer Spreadshirt-Shop also. Im zweiten Shop werden individualisierte Motive, die zuvor vom User in unserem Web-Tool erstellt wurden, dynamisch eingeladen und können dann verwendet werden, um eigene Shirts zu kreieren. Diese Motive beinhalten QR-Codes, die direkt auf die zuvor ausgewählten Profilseiten der User von Communities wie Facebook, Flickr, MySpace und Co. verweisen. Es ist dadurch sogar möglich, seine eigene eBay-Auktion auf einem Shirt zu kommunizieren oder seine YouTube-Videos und flickr-Fotos zu verweisen.

Was findest du an unserem System gut, was könnte man verbessern?
Die Möglichkeit, dynamisch erzeugte Motive ad-hoc in einen Shop zu laden ist klasse! Es müsste nur möglich sein, transparente png-Motive wie Vektorgrafik-basierte Motive drucken zu können.

Was ist die Hauptmotivation für das Betreiben des Shops?Der dynamische Shop von Spreadshirt hat uns erst die Möglichkeit gegeben, das Konzept von „Wear Your Profile“ umzusetzen: nur dadurch können unsere Kunden Ihre eigenen QR-Code-Motive erstellen und sofort im Anschluss eigenständig auf Shirts drucken.

Wie und wo vermarktest du Emma Cott?
Einerseits über unsere eigene Design-Community (TOCA ME), andererseits über Social Networks und Communities wie eben Facebook, Flickr, MySpace und Co. Außerdem machen wir viel Pressearbeit und versuchen keinen Kommunikationskanal ungenutzt zu lassen.

Was war Dein größter Erfolg bislang (mit Spreadshirt)?
Da wir erst seit kurzem online sind, ist das schwer zu sagen. Aber es ist einfach toll zu sehen, wenn die ersten Bestellungen eintreffen und du siehst, dass das Konzept angenommen wird und eine Nachfrage nach deiner Idee besteht.

Was meinst du, welcher Kunde kauft bei Dir ein und warum?
Das ist schwer zu sagen, da wir keinerlei Registrierungshürden aufbauen und somit aber auch nicht wissen wer bestellt. Dafür bleiben unsere Kunden aber anonym und müssen nicht schon wieder ihre Daten abgeben. Aber generell ist unsere Kernzielgruppe jeder, der ein Profil zumindest bei einer der großen Communities eingerichtet hat – und das sind mittlerweile enorm viele. Aber generell würde ich sagen, dass es die Early Adopters von Trends sind und in diesem Fall vor allem diejenigen, die sich intensiv mit Ihren Handies auseinandersetzen und somit bereits wissen, was es mit den QR-Codes auf sich hat.

Hast du schon jemanden mit deinen T-Shirts rumlaufen sehen - den du nicht kanntest? (Foto vom QR Code gemacht?)
Leider noch nicht, aber wir haben gerade erst eine Anfrage von einem Networking-Event bekommen und spätestens dann wird es dazu kommen.

Beschreib dich selbst - in 3 Wörtern!
Never stop trying!

Worauf bist du stolz?
Eigene Ideen zu verwirklichen, die dann auch noch bei der Zielgruppe ankommen.

Was war Dein größter Erfolg (nicht spreadshirt)?
Noch nie aufgegeben zu haben

Wenn Du ein T-shirt wärst - wie würdest Du aussehen?
Wie ein QR-Code: clean, stylish und ästhetisch ;-)

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3 Responses to “Der kodierte Mensch - Interview mit Emma Cott”


  1. 1 by jdi | May 14th, 2008 at 10:43 am
    Gravatar of jdi

    Mit QR-Codes gab es im Herbst letztes Jahr auch ein Musikvideo von den Pet Shop Boys, dass per Foto-Handy zu Internet-Seiten über Demokratie und Unterdrückung verlinken soll:

    http://youtube.com/watch?v=OkNjp1JAPn4 bzw. in Farbe http://www.youtube.com/watch?v=dotvLcWV3jw

  2. 2 by Keltin | Nov 16th, 2009 at 1:28 pm
    Gravatar of Keltin

    Sehr schöne Idee :)

  1. 1 Wiesn-Flirt-Shirt | ... Liebe, Beziehungen und das Internet

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