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Die (letzten beiden) Woche(n) in Shirts

Zum gestrigen Tag der Pressefreiheit will ich auf einige Artikel mit Mode-/Shirt-Bezug hinweisen, die mir in den letzten Wochen im Netz aufgefallen sind.

Einerseits hat der (Kultur)Spiegel eine schöne Geschichte über die Laufsteg-Funktion der Straßen Berliner “Problemviertel” veröffentlicht.
Andererseits sind in den vergangenen Tagen überraschend viele Artikel und Blogposts über Shirts mit sozialkritischen Statements erschienen.


So berichtete die Süddeutsche Zeitung (pünktlich einen Tag nach dem Guardian) unter der Überschrift “T-Shirt-Kunst: Ich wurde vergewaltigt” über das “I was raped”-Shirt der Feministin Jennifer Baumgardner. Diese war bereits vor drei Jahren mit einer Shirt-Aktion aufgefallen. Damals zierte der Slogan “I had an abortion” (”Ich habe abgetrieben”) die textilen Kunstwerke.
Auf ihrer Seite gibt Baumgardner einige Gründe dafür, das aktuelle Shirt zu tragen. Und erwähnt in einem Nebensatz das mir bis dato unbekannte, aber höchst interessante “Clotheslineproject” - bei dem Frauen, die Gewalt erleiden mussten, ihre Gefühle auf Shirts ausdrücken und diese anschließend auf einer Wäscheleine “ausstellen”.

Weiterhin gab es im Blog des (von mir einst hochgeschätzten, nach dem Relaunch aber leider nicht mehr ganz so genialen) New Yorker “Animal”-Magazins zwei Posts zu kontroversen Shirts.
Einer setzte sich mit dem “I could have been Sean Bell”-Shirt auseinander, das ein Kunde unseres amerikanischen Mitbewerbers Cafépress nach dem kürzlich erfolgten Freispruch der Polizisten, die den Afro-Amerikaner Bell 2006 unter ungeklärten Umständen mit 31 Schüssen töteten, kreiert hatte.
Ein anderer thematisierte das “If Paris Hilton were a Sudanese Child From Dafur”-Shirt der dänischen Künstlerin Nadia Plesner, das Louis Vitton nicht so gerne sieht. Der Brief, den LV an Plesner geschrieben hat, ist hier nachzulesen. Er spiegelt schön die Diskrepanz zwischen angestrebter “Corporate Social Responsibilty” und existentem “Intellectual Property” des Unternehmens wieder:

In other words, at the same time that the law protects trademarks, it creates defenses for those who wish to use them in discussion. (via Counterfeitchic)

Sehr empfehlenswerte Lektüre das alles.

Leider ist das Wetter gerade zu verlockend, um alles zu übersetzen - aber Google hilft ggfs. sicher gerne. Ich muss erstmal raus wie die Angestellten von American Apparel.

AmericanApparelProtests
© Photo: Eecue

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1 Response to “Die (letzten beiden) Woche(n) in Shirts”


  1. 1 by ami | May 4th, 2008 at 7:21 pm

    sehr coole zusammenfassung! ein paar top-ideen wie man die kommunikation im fall von LV umdrehen könnte, hat jeremiah owyang gesammelt: http://www.web-strategist.com/blog/2008/05/04/louis-vuitton-gets-brand-jacked-victimized-in-anti-genocide-campaign-tough-spot-to-be-in/
    (s.a. kommentare)

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