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laFraise “Organics” - Ein Interview mit Guillaume Trotin

GuillaumelaFraise

Am Samstag ging der erste “Organics”-Contest bei laFraise zu Ende. Bereits am Freitag habe ich mich mit Guillaume von laFraise in den Kickerraum des Berliner Büros von Spreadshirt gesetzt, um über die derzeitigen Neuerungen im Erdbeerland zu reden.

Moin Guillaume. Seit ungefähr zwei Wochen gibt es einen neuen Unterpunkt in der Navigation auf der laFraise-Seite - “Organics”. Was versteckt sich dahinter?

Dahinter steckt unsere neue Öko-Line. Die Idee dafür hatten wir Mitte letzten Jahres, als wir nach Möglichkeiten gesucht haben, unser Angebot auszubauen und Leute zu erreichen, die bis dato vielleicht noch nicht mit laFraise in Berührung gekommen sind. Der erste Schritt war die Einführung der “Mademoiselle“-Kollektion - jetzt folgt “Organics“.

Und eigentlich wollten wir damit auch schon 2007 an den Start gehen. Allerdings hat es sich herausgestellt, dass es zwar einfach ist, Shirts aus Biobaumwolle zu bekommen - inzwischen auch in normalen Farben und nicht nur in diesem langweiligen Creme-Ton - es aber umso schwerer ist, jemanden zu finden, der diese auch schadstofffrei bedrucken kann.

Eine solche Druckerei haben wir dann dank intensiver Recherchen von Steffi aber doch noch gefunden.

Was war der nächste Schritt?

Naja - der nächste Schritt war, sich für unseren Heimatmarkt, Frankreich, einen starken Partner zu suchen. Und weil ich letzten Sommer eh einige Interviews zur “Mademoiselle”-Linie geben musste, habe ich mir gedacht, dass ich die dazu nutze, um auf den “Organics”-Launch aufmerksam zu machen. Ich hab den Journalisten also gesagt: “Wir werden demnächst eine Organics-Line realisieren und wenn wir das z. B. zusammen mit der Fondation Nicolas Hulos machen könnten, wären wir sehr glücklich.” Ein paar Monate später haben die uns dann kontaktiert.

Nicolas Hulot ist der “französische Al Gore”, oder?

Ja, das könnte man so sagen. Seine Organisation ist die bekannteste Umweltschutzorganisation Frankreichs und er ist ein sehr sehr bekannter und populärer Mann. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen, hat er z. B. den etablierten Politikern damit gedroht, selbst zu kandidieren, wenn sie sich geweigert hätten, sein Programm für Umwelt- und Klimaschutz zu unterzeichnen. Spätestens als Hulot bei Umfragen Werte von 60% aufzuweisen hatte, war uns klar, dass wir mit unserer Organics-Line genau richtig liegen.

Wenn man mit so einer Organisation zusammenarbeitet, bedeutet das aber doch sicher auch, dass man sehr hohen Ansprüchen bzgl. der Umweltverträglichkeit der Produkte, der Verpackung usw. genügen muss, oder?

Ja, aber das war uns von Anfang an klar. Ich hatte da z. B. auch mit Rezzo Schlauch darüber diskutiert. Wenn man “Organics” macht, dann ganz oder gar nicht. Und mit Nicolas Hulot als Partner für unseren ersten Organics-Design-Wettbewerb dürfte allen klar sein, dass uns die Sache sehr sehr ernst ist.

Gibt es für die nächsten Wettbewerbe weitere Partnerschaften?

Ja, für den zweiten werden wir mit Greenpeace kooperieren. Beide Partnerschaften - sowohl die mit Greenpeace, als auch Nicolas Hulot, sind natürlich aber langfristig angelegt und werden nicht nach den ersten Wettbewerben enden.

Natürlich hoffen wir, auch auf unseren anderen Märkten ähnlich starke Partner zu gewinnen. Und eigentlich - aber vielleicht ist das auch nur ein dummes französisches Klischee - müsste “Organics” gerade in Deutschland gut angenommen werden, weil ihr doch das Land seid, in dem die Leute schon seit Ewigkeiten penibel den Müll trennen, überall mit dem Fahrrad hinfahren usw. - Ich bin also optimitisch, dass wir einen Partner finden werden - aber es muss ein Partner sein, der zu uns und unserer Community passt.

Ok. Zurück zu Eurer Organics-Line. Auf welche Shirts werdet ihr die Gewinner-Designs denn drucken?

American Apparel. Wir verwenden auch für die regulären Wettbewerbe nur AA und es macht Sinn, unsere Kunden - die American Apparel lieben - nicht mit abweichenden Schnitten usw. zu verwirren. Außerdem hat American Apparel erst kürzlich viele neue Farbvarianten für die Bio-Shirts vorgestellt, die uns sehr gefallen. Die machen einfach nen guten Job, betreiben viel Marktforschung und sind somit ein hervorragender Partner - auch wenn die Marke in letzter Zeit leider ein paar Dämpfer hinnehmen musste.

Und ich habe gehört, dass Ihr auch Eure Verpackung ändern werdet - stimmt das?

Ja, wir werden auf Umschläge aus Recycling-Papier umsteigen. Wir haben zusammen mit Spreadshirt auch unsere Logistik überprüft, um unnötige Transportwege zu vermeiden.

Aber man muss auch einmal ganz ehrlich sagen: wenn man ein Business in einem Größenbereich wie laFraise oder auch Spreadshirt betreibt, wird man die Umwelt immer bis zu einem bestimmten Grad belasten. Wir können unsere Shirts nicht mit Pferdekutschen ausfahren. Wir bemühen uns sehr, alle Prozesse so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten, aber letztendlich ist es so, wie eine gute Freundin von mir mal gesagt hast: die einzig wirklich 100% umweltverträgliche Handlung, die man vornehmen kann, ist es, Selbstmord zu begehen.

Aber dazu habe ich keine Lust und freue mich, dass wir für die Organics-Line ein Level an Umweltverträglichkeit haben, das nah am Optimum dessen ist, was man realistisch betrachtet machen kann.

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1 Response to “laFraise “Organics” - Ein Interview mit Guillaume Trotin”


  1. 1 by aligaga | Apr 27th, 2008 at 12:19 pm

    Es mag zwar stimmen, dass gegenwärtig Großindustrien (bzw. sogar wir alle) vielenteils um eine gewisse Umweltbelastung nicht herumkommen, aber das wird und muss sich in Zukunft noch ändern. Die Möglichkeiten hätten wir dazu. Wenn noch etwas mehr geforscht würde, dann könnten wir tatsächlich alle ganzheitlich ökologisch leben - auch ohne Bart, Baumhäuser und obligatorisches Bäumeumarmen, sofern gewünscht. ;)
    Und Pferdekutschen brauchen wir dazu bestimmt auch nicht. Würden die Verkehrsindustrien nicht seit Jahrzehnten ernsthafte ökologische Entwicklungen systematisch verhindern, hätten wir heute vielleicht schon erste ökologische Lieferdienste… (aber das ist nicht nur eine Frage persönlichen Unwillens, sondern auch und vor allem überhaupt eine Frage von Ökonomie und Kapitalismus.)

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