
© Bild: Wired Magazine
So. Der vor-Wochenendliche Plan war es, diesen Post am Sonntag-Nachmittag nach einem kurzen Update des Umzugs-Posts, bei Kaffee und Kuchen vor meiner Rückfahrt von Bayern nach Leipzig online zu stellen.
Das Update konnte ich bei mir daheim noch vornehmen.
Dann kam Emma (der starke Wind, nicht das Blatt von Frau Schwarzer) und hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Kein Telefon und kein Internet im Haus der Eltern meiner Freundin…
Hilft nichts - hier also mit Verspätung: meine Fortsetzung der Themenreihe “Online Musik-Marketing”. V. a. die Anschlussdiskussion an 2nd Rec.´s “Zahl was Du willst”-Experiments, in die sich am Ende auch einer der Label-Betreiber eingeschaltet hatte, war ja durchaus gehaltreich.
Daran knüpfe ich thematisch heute einerseits mit der Vorstellung der zentralen Stellen aus Chris Andersons (genau, das ist der mit dem “Long Tail”) Leitartikels (”Free! Why 0,00$ is the future of business?“) im aktuellen Wired-Magazin an.
Andererseits gehe ich kurz auf eine Studie ein, die sich damit beschäftigt hat, wie stark sich die Erwähnung von Alben auf Blogs und die Anzahl von Myspace-Freunden auf Plattenverkäufe auswirken.
Zuerst also zu Anderson: was er als Vorgeschmack auf sein im nächsten Jahr erscheinendes, ebenfalls mit “Free” betitelten, Buchs von sich gibt, ist im wesentlichen Folgendes: Produkte und/oder Services, die ausschließlich digital verfügbar sind, werden mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später gratis verfügbar sein - unter anderem, weil die Produktions- und Distributionskosten für sie stetig sinken.
Dabei erwähnt Anderson natürlich auch er wieder das Radiohead-Beispiel, das er - wie z. B. auch die verschiedenen Dienste Googles oder das Angebot von unbegrenztem Webspace für E-Mails durch Yahoo - als Auswuchs der sog. “Freeconomics” betrachtet.
Wie eine “Freeconomy” für alle Beteiligten trotzdem profitabel sein kann, erklärt Anderson auch. Er sieht sechs Möglichkeiten:
- “Freemium”, also die Kombination aus einem kostenlosen Basis- und einem kostenpflichtigen Premium-Angebot (kommt mir irgendwie bekannt vor)
- Werbefinanzierung
- Substitution (z. B. der bewusst unprofitable Verkauf eines Guts, in der Hoffnung, die Gewinne durch andere Produkte zu kompensieren. Zum Beispiel: T-Mobile verschenkt Dynamite Deluxe-Konzerttickets, erhofft sich neben einer Image-Politur aber auch mehr Handy-Vetragsabschlüsse.)
- Promotion (z. B. Betrachten von Musikdateien/Tonträgern als reines Werbematerial zur Generierung von Live-Auftritten oder Einnahmen aus Merchandise-Verkäufen. Ist natürlich auch irgendwie Substitution.)
- Tausch: Gratis-Service gegen Nutzer-generierten Inhalt (kommt mir schon wieder bekannt vor)
- wie sich der letzte Punkt - Schenkung - letztendlich von Promotion und Tausch unterscheidet, erschließt sich mir gerade nicht…
Dann zu der Studie einer New Yorker Universität, die die Korrelation der Anzahl von Blog-Posts sowie der Anzahl von Myspace-Freunden und den Albenverkäufen von 108 Künstlern/Bands untersuchte.
Das Haupt-Ergebnis überrascht auf den ersten Blick: Blogs sind mächtiger als Myspace.
Allerdings muss man dieses Resultat meiner Meinung nach stark relativieren:
- Die Autoren vergleichen mit Blog-Posts und Myspace-Freunden zwei Variablen, von denen eine rein quantitativ (die Anzahl der Freunde in einem Social Network) und die andere kombiniert quali- und quantitativ ist (es dürfte sich nicht nur die Menge an Blogposts, sondern auch deren Inhalte auf Albenverkäufe auswirken).
- Die Akquise von Freunden ist darüberhinaus nur der erste Schritt im Myspace-Marketing. Die für Plattenverkäufe wahrscheinlich relevanteren Folgeschritte wie die Kommunikation mit Freunden über (Kurz-)Nachrichten und/oder (Gästebuch-/Bild-)Kommentare wurde in der Studie vernachlässigt.
- Außerdem wurde aufgrund der mangelnden Zugänglichkeit von entsprechenden Online-Statistiken nur der Verkauf nicht-virtueller Datenträger - und dabei nur die Anzahl der Verkäufe eines Händlers, Amazon.com, betrachtet.
Zu kompliziert? Geht zu Thomas Euler. Der hat sich auf Klaus Ecks “PR Blogger” schön oberflächlich mit “Musik 2.0” auseinandergesetzt. Sein Fazit:
“Je besser die Interaktivität geplant und auf den verschiedenen Online-Kanälen realisiert wird, desto mehr Aufmerksamkeit und letztlich Verkaufserfolge kann ein Künstler erwarten.”
Aha.













Wired ist cool und das erste Buch hat mir gut gefallen.Merke mir das Neue gleich mal vor.
Jay1 seit längerem wieder im Blog und gleich im Kommentarfieber
Yo, wenn`s Thema passt immer wieder gern ;=)