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Schulterblick und vorausschauende Fahrweise.

Christians 2007 gg. 2008.

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Wie heißt der Film, in der man in einer Telefonzelle durch die Zeit reißt? Ich hab’s grad vergessen. Es hat aber auch nicht funktioniert. Alles muss man selber machen. Drum leg ich mal los.

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Nach hinten: die Höhepunkte 2007 für mich:

[WG DIRTY HAIRY]

Zugegeben - meine letzte WG war nicht die sauberste. Doch ein Schlüsselreiz hat sich mir ins Mark gebrannt. Mein Freund Markus, der seit mindestens 100 Jahren mit einer reinigenden Freundin zusammen wohnt, betritt im Sommer meine seit einem Viertel Jahr verwitterte WG.

Der Fleck vor dem Kühlschrank war glaube ich mal Saft.

(flüsternd) “Was ist denn das für ein Dreckstall?”

“Wenigstens kannst Du hier in der Wohnung rauchen”

“Ich werde mich in dieser Wohnung nicht hinsetzen”

So was bleibt hängen.

[ANERKANNTE AKADEMIK]

Ja, wie der Tobias habe auch ich 2007 mein Studium endlich beendet. Noch mit einer Diplomarbeit. Bittere Erkenntnis: die meiste Zeit ist man dabei sich allerlei Zauberkram zurecht zu definieren, damit am Ende das Kartenhaus nicht zusammenbricht.

Ich habe niemanden getroffen, der am Ende seiner Diplomarbeit noch Spass dran hatte. Ich hatte auch keinen mehr. Streber gerne melden. Es glaubt euch blos keiner.

[1. ARBEITSVERTRAG MIT 26]

Ja auch ich bin ein Opfer des deutschen Bildungssystem. Dabei habe ich mich immer an die Spielregeln gehalten. 13 Jahre Schule, 1 Jahr für Vater Staat danach geopfert und dann 5 Jahre Studium. So eigentlich nix, wo der Zeiger ausschlägt.

Aber Action: am Ende ist man fast 30. Sicherlich, auch während des Studiums schuftet man hier und da, um sich über Wasser zu halten und den Kasten Bier für den nächsten Abend bezahlen zu können. Und das Zittern der Hand zu beruhigen. Aber richtig arbeiten? Is nich, bis man ein alter Mann ist.

Das Ende vom Lied: ich finds trotzdem gut. Selbst nach einem Viertel Jahrhundert liegt die meiste Lebenszeit noch vor einem. Die Demografen und die Rentenkassen seufzen jetzt mit mir. Stichwort Nichtrauchen ist asozial.

Und: bis PISA wusste ich nicht, dass das deutsche Bildungssystem so schlecht ist. Den Beweis bleibt mir auch das Leben danach bisher schuldig.

[HOL MAL NOCHEN LAPTOP]

Nachdem ich meine etwas schmuddelige WG in der Leipziger Südvorstadt verlassen habe, wurde auch mit dem Wohnungs-, auch der Lebenswandel eingeleitet.

In einem nun sauberen Wohnzimmer mit jeder Menge junger Leute sitzend (auch mein Freund Markus saß endlich wieder) versiegte plötzlich der Akku des Internetradiolaptops.

“Geh mal ins andere Zimmer, das sind glaube ich noch Laptops.”

Hat man früher einfach die Batterien ausgewechselt, wechselt man heute die Geräte aus. “Wegwerfgesellschaft” würde Manfred Dumke jetzt zischen.

Doch es gibt noch einen anderen Grund: jedes Gerät kann inzwischen fast alles. Und fast alles kommt aus dem Internet. Immer mehr Geräte atmen IP-Adressen. Immer mehr solcher Geräte sind immer öfter überall.

Das Netz verschlingt uns. Die Welt wird zum Ameisenhaufen. Das Internet ist jetzt unsere Ameisen-Königin. Bis sie nicht davon fliegt und der Winter einsetzt, weiß jeder was er machen soll (und kann). Wer hinterherfliegen will, kauft sich ein iPhone.

nach vorne:

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[MEHR BLOGGEN]

Arbeiten frist Zeit. Wer das noch nicht bemerkt hat, der schätze sich glücklich. Da Bloggen im Gegensatz zu doch manch trockener Analyse doch etwas mehr Glücksgefühle produziert und auch zum Grund-Repertoire grunddurchschnittlicher Angeberleistung gehört, möchte ich dieses Jahr wieder mehr Bloggen.

Mal sehen ob es funktioniert. Meine Ansatz dafür: das Zeitmanagement von brutal auf ultra-brutal stellen.

[MEHR SHIRTS VERKAUFEN]

Wenn der Unfug, den ich den lieben langen Tag so treibe, mir schon die Zeit zum Bloggen raubt, soll natürlich am Ende auch was bei rum kommen.

Profit, Profit, Profit japsen jetzt jene mit den Dollar-Zeichen in den Augen. Doch es geht nicht nur um’s Business im Großen.

In meinem Spreadshirt-Account warten bereits 27 Euro auf Auszahlung. Das können ruhig mehr werden. Auch wenn die Kohle sicher nicht für den nächsten Marsflug reichen wird, so erregt mich doch die Idee, sie dem virtuellen Nirgendwo abgerungen zu haben.

[MEHR SPORT]

Bevor ich nicht nur noch im Sitzen dick bin, muss ich die Reißleine ziehen. Ich hoffe, dass diese sibirischen Temperaturen bald die Heimreise antreten (botanisch inkorrekt: dahin wo der Pfeffer wächst). Dann kann ich endlich wieder ein paar Minuten an der Sonne im Kreis rennen.

[WENIGER ENGLISCH VERWENDEN]

Wenn das Scenario erst gerendert werden muss, um ein positives Commitment zu bekommen, kann das mitunter zu einem Bullshit Overload führen. Deutsch ist eine schöne Sprache - dass wussten schon Goethe, Kafka und der Mann, der den Aldi-Newsletter schreibt.

Auch unsere Shop Partner (da ham wars wieder) haben sich beim letzten Treffen beklagt, dass unser Sprachkauderwelch zu weilen ein wenig bemüht wirkt. Billige Entschuldigung von unserer Seite: Globalisierung, englisch-sprechende Kollegen und das Internet.

Doch im Grunde sollten wir nicht nur dieses Vokabelmischmasch beklagen, denn der liebe Gott hat uns auch unsere über jeden Zweifel erhabene Grammatik gegeben. Um die sadistische Ader auszuspielen, einfach mal bei Gelegenheit übersetzen lassen:

Das Erblicken seines Mitlesens lies seinen Unmut in Zorn umschlagen. Beklagte er bislang nur die mangelhafte Sauberkeit der Sitzgruppe, bat nun eine aggressive Stimme mit einem leicht fragend klingenden Unterton danach, sich endlich eine eigene Zeitung zuzulegen. Wenn er schon keine eigene kaufen wolle - es lägen doch wirklich genug andere herrenlos herum.

Ich geb zu, da hab ich lange dran gesessen. Wer Widersprüche in den Zeitformen entdeckt, der möge jetzt kommentieren oder für immer schweigen. Es soll zeigen, es geht auch ohne, wenn man will.

Wer allerdings Pro zur Sprache sagt, muss auch Contra zum Text sagen, und wer Anglizismen hast, sollte endlich auch die Wasserstoffperoxidbombe rauskramen und diesen unsäglichen Haufen von Lateinisierungen wegbleichen. Denn die gibt es im Deutschen auch en masse. Vino Rosso - und zwar den roten!

[SICH SELBST TREU BLEIBEN]

Was das bedeutet, darf jeder für sich selber rausfinden. Muss aber auch. Oder auch nicht. Wie dem auch sei. Machet einfach!

[AUCH MAL ‘NE ZEILE FREILASSEN]

Es ist wahr. Irgendwo sind sieben weiße Zeilen und jemand bittet einen sie auszufüllen. Warum zum Teufel alle nehmen? Gerade bei Zielsetzungen gibt es ja diesen zauberhaften Märchenbuchmechanismus. Mit jeder Zeile mehr, wird es eigentlich eine Zeile weniger.

Den bereits angeprangerten Business-Bullshirt referenzierend: Focus is essential. (Wow, das war jetzt Latein im Englischen) .

Deshalb ruhig mal Mut zur Lücke und lieber dem einen Spatzen in der Hand ein Korn in den Rachen schieben, als dem Haufen Tauben auf dem Dach hinterherzuflattern und dabei nur einen Haufen … zu hinterlassen.

Bevor es jetzt allzu zotig wird, hör ich mal lieber auf und sehe selbst, was das erste Jahr nach 2007 wirklich bringt. So wünsche ich Frohes Neues! und den sonstigen Klim Bim, der sich auf Firmenpostkarten üblicherweise ansammelt ….. auf jeden Fall von ganzem Herzen.

PS: Bill und Ted

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10 Responses to “Schulterblick und vorausschauende Fahrweise.”


  1. 1 by bert | Jan 4th, 2008 at 4:05 pm

    super langweiliges persönliches gefasel,dass niemand interessiert.

  2. 2 by Christian | Jan 4th, 2008 at 5:33 pm

    Sorry, Ernie, der persönliche Jahresrückblick hat mich doch glatt geblendet und ich bin am Ende persönlich geworden.

    Deshalb extra für Dich etwas kompakter und globaler:

    Rückblick/Vorschau:
    (gilt für beides)

    Bahnstreik
    Ölkrieg
    Klimakatastrophe

    Tier des Jahres: Meckerziege

    Accessoire des Jahres: Taschenkrebs

  3. 3 by Jay1 | Jan 4th, 2008 at 8:53 pm

    gab es nicht zwei Bill und Ted-Filme?
    Spruch des Tages: “Letztes T-Shirt vor der Autobahn”.

  4. 4 by ernie | Jan 5th, 2008 at 12:54 am

    christian dann schau dir mal die letzten 8 einträge im feed an. die laden schleunigst zum löschen des bookmarks auf. interessiert keinen, was die kiddies in ihrer freizeit machen. sorry.

  5. 5 by Christian | Jan 5th, 2008 at 11:10 am

    @Jay1: Der zweite ist auch der bessere Film.

    @twoFace: Nu mal ganz langsam. Dieser Blog hier ist kein Bordell. Wenn die “kiddies” hier nicht nach deiner Pfeife tanzen, dann darfst den Bookmark ruhig löschen. Das ist die Definition von Freiheit. Dafür kostet es auch nix. Am Ende siegt der Konsens.

    Vielleicht sind dir ja einzelne Dinge noch nicht aufgefallen.

    1) Die Kiddies tragen alle das gleiche Shirt. Ergo steckt System dahinter. Sie haben sich also was dabei gedacht. Und schlechte Kritik ist immer besser als gar keine. Von der Sache gibt’s unter “Reaktionen verursachen” auf unserer Seite sogar ein grünes Häkchen.

    2) Es ist Jahreswechsel. Die Uhr ist gerade umgesprungen. Bis auf den Dreck des verschossenen Feuerwerks auf den Straßen der Großstädte gibt’s nich wirklich viel Neues.

    Wenn du auf unpersönliche Konsumbeschallung stehst,
    kann ich dir unseren Pressebereich empfehlen:

    http://www.spreadshirt.net/de/DE/Ueber-uns/Uebersicht-2525/

    Der ist völlig kiddiefrei und trieft vor purem Produktentertainment. Dafür antwortet dort aber auch keiner ad hoc auf Beschwerden.

    Nimms sportlich: die Kiddies sind der Preis für spontane Antworten. Und zwei Kommentare für völliges Desinteresse eigentlich schon nicht mehr ganz ernst zu nehmen.

  6. 6 by Jay1 | Jan 5th, 2008 at 10:36 pm

    stimmt, der zweite Film war der Bessere. ;=)

  7. 7 by fred | Jan 6th, 2008 at 1:55 pm

    was gibts neues im land der langweiler?

  8. 8 by Tobias | Jan 6th, 2008 at 7:50 pm

    im land der langweiler gibt es nix neues. sonst wär´s ja nicht langweilig :-)

  9. 9 by reh | Jan 7th, 2008 at 11:25 am

    Ich finde, mit 26 ist man nicht fast 30. Mit 29 ist man fast 30 ;-)

  10. 10 by Michel | Jan 7th, 2008 at 10:04 pm

    @christian: schöner rundumschlag!

    Frage 2008: wie können wir noch langweiliger werden? Laut Beigbeder ist nämlich das Haupt-Problem unserer Gesellschaft, dass sie keine Langeweile ertragen kann. Daran kann man arbeiten. Schlage den Kritikern vor, unsere Posts einfach mit einem Gääääähn-Faktor zu bewerten (je mehr “ä”s, desto langweiliger, sprich: subversiver).

    Spass beiseite: klar, dass persönlicher, aus dem Ärmel geschnittener “Inhalt” nicht immer alle beglückt. Das nächste mal sollten wir ein gerüttelt Mass an Interaktion, Gewinnspiel etc. einbringen. Dann haben alle was davon und es bleibt nicht bei der Selbstdarstellung.

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