Wie versprochen: Kim Larsen, mit Lovetab einer der beiden Gewinner des Open Logo Projects 1.6, im Interview. Viel Spaß beim Lesen…

Hi Kim, wie geht’s?
Gut, und dir?
Auch gut, danke. Was machst du gerade?
Ich arbeite… Hier ist die Hölle los. Wir sind kurz davor, eine neue Version der Webseite meines Unternehmens zu veröffentlichen.
In was für einem Unternehmen arbeitest du denn?
West Coast Media. Ein Medienunternehmen für Marketing und so, für Glücksspielfirmen.
Hast du dort vor kurzem angefangen? Weil im OLP-Blog immer noch das Bild von dir mit der Aufschrift “Funny, cute & unemployed” zu sehen ist.
Ja, ich habe vor einem Monat angefangen. Es macht Spaß
Das ist schön. Hat es irgendwas mit dem OLP zu tun?
Eigentlich nicht. Ich erhielt die gute Nachricht an dem Sonntag vorm Ende des OLP.
Schade, das wäre ja eine nette Geschichte gewesen…
Versteh ich. Aber dafür musste ich nur eine kleine Auswahl meiner Fähigkeiten vorführen… Ein Typ rief mich an, und bevor ich wusste, wie mir geschah, hatte ich den Job. Es zahlt sich aus, ein Portfolio zu haben. Den Job zu bekommen, war leicht, den Wettbewerb zu gewinnen, viel schwieriger.
Wie hast du denn vom Open Logo Project erfahren?
Ich habe zuerst ein Banner vom Wettbewerb gesehen, und weil ich schon mal mit Spreadshirt zu tun hatte, dachte ich, das könnte Spaß machen. Am Anfang habe ich mich einen Abend hingesetzt, und danach dachte ich, ich würde nicht wieder was damit zu tun haben, bis die Gewinner feststehen. Aber ganz zufällig bin ich wieder auf der OLP-Seite gelandet, und zu meiner Überraschung hatten es meine beiden Vorschläge in die Wochenauswahl geschafft. Also habe ich den weiterentwickelt, der das beste Feedback bekommen hatte und von dem ich wirklich dachte, dass er funktionieren kann.
Wie lange hast du an deinem Logoentwurf gearbeitet?
Drei oder vier Stunden am Tag, vielleicht? Ungefähr vier Wochen lang.
Das ist lange…
Ja… Ich kann nicht sagen, dass ich wirklich die ganze Zeit nur das Logo entwickelt habe. Ich habe auch recherchiert und mir andere Beiträge angesehen, dafür ging auch viel Zeit drauf. Aber alles in allem habe ich wohl drei oder vier Stunden am Tag mit dem OLP verbracht.
Kann ich was Privates fragen? Du weiß schon, für die persönliche Note und so.
;-) Klar, nur zu.
Funktioniert das mit einer Freundin? Nächte vorm Computer, nie mehr ins Kino…
Wer sagt, dass ich nachts gearbeitet habe? Ich war arbeitslos, nur mit ein paar Freelance-Projekten beschäftigt.
Also war es eigentlich ein gutes Projekt, um diese Zeit auszufüllen?
Wahrscheinlich nicht. Wenn ich nicht gewonnen hätte, wäre ich jetzt bestimmt ganz pleite und verzweifelt… Nicht, dass ich dachte, ich würde gewinnen - nur habe ich dann mehr Zeit mit dem Wettbewerb verbracht als damit, wirklich Geld zu verdienen… Wenn du verstehst, was ich meine. Aber ich war an einem ökonomischen Tiefpunkt.
Also hat dir der Wettbewerb dort zumindest für eine Weile rausgeholfen?
Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können.
Hm, Schweden… Bier ist dort aber teuer, nicht wahr?
Total teuer, so viel ist sicher. Und als Klasse-A-Biertrinker gebe ich viel Geld für Bier aus.
Kannst du mir was über den Ort erzählen, wo du wohnst?
Jetzt wohne ich in Malmö, meiner Meinung nach die beste Stadt Schwedens. Ich hätte das nicht gedacht, bis ich vor einem Monat hierher gezogen bin. Es ist kreativ, nicht zu groß, und es liegt in der Nähe zu meinem geliebten Dändemark. Und es ist in der Nähe von Kopenhagen, der größten Stadt Skandinaviens. Einfach nur rein in den Zug, und in 20 Minuten bist du da.
Ich war noch nie in Schweden.
Schweden ist eigentlich nett. Die Leute sind die ganze Zeit depressiv, außer am Wochenende. Denn dann geht die Party ab…
Wegen der Dunkelheit?
Hey, nein, ich bin zu negativ. Es ist echt ein nettes Land. Besonders Skillingaryd, wo ich herkomme (Ich hasse es eigentlich, aber ich nutze jede Gelegenheit, um dafür zu werben ;-)).
Wie alt bist du?
23.
Wie bist du zum Grafikdesign gekommen?
Hm… Seit ich ungefähr zehn Jahre alt war, wusste ich, dass aus mir entweder ein Rockstar oder ein Maler werden würde. Die kreative Arbeit war also immer da, aber so richtig losgegangen ist es, als ich ungefähr 15 war.
Und dann? Viele Leute malen, aber nicht alle machen daraus einen Beruf.
Es fing an mit Webdesign und digitalen Illlustrationen, neben dem “analogen” Malen. Und dann hat mich die Branche immer mehr interessiert, also habe ich in Kristianstad an einer Ausbildung teilgenommen: Grafikdesign & Interaktive Medien. Aber nach einem Jahr wollte ich lieber arbeiten als zu studieren - also habe ich als Freiberufler angefangen.
Und jetzt sind wir schon in OLP-Zeiten?
Ich hab drei Jahre lang als Freiberufler gearbeitet, damit meinen Lebensunterhalt verdient. Aber ich hab die ganze Zeit zuviel Party gemacht, also dachte ich, ein normaler Job wäre wahrscheinlich gut für mich. Und, ja… da sind wir. Ich könnte dir einen Roman darüber schreiben, wenn ich wollte, aber das ist nicht nötig. Ich glaube, es ist wahrscheinlich ein recht traditioneller Weg, den wir Grafikdesigner gehen. Aber ich hab wirklich mit Kunst im Allgemeinen angefangen, malen, Filme machen und so. Nicht mit dem Computer, wie es heutzutage viele Designer machen. Ich bin übergreifend kreativ… Grafikdesign ist zufällig das, worin ich am besten bin. Ich habe mir vorgenommen, ein Buch zu schreiben und einen Film zu drehen, bevor ich sterbe… Ich habe mir auch vorgenommen, eine Hardrock-Band zu gründen, bevor ich sterbe….
Wie hast du von Spreadshirt erfahren?
Mein Freund hat mir davon erzählt. Wir waren gerade dabei, ein Klamottenlabel zu gründen… Aber wir haben niemals irgendwas verkauft. Wir hatten keine Zeit. Jetzt werde ich auch einen Shop eröffnen. Aber diesmal mit einem feinen Stapel cooler Motive.
Was hat dich zu deinem Logoentwurf “Lovetab” inspiriert?
Es schien Sinn zu machen, irgendwas um das Thema Stoff herum aufzubauen. Ich hab ein bisschen recherchiert, wie traditionelle Bekleidungslabels ihre eigene Marke bei ihren eigenen Produkten verwenden. Ein klassisches Beispiel ist natürlich Levi’s Red Tab, ein anderes das Lederschild von Wrangler. Die Leute tragen sie mit Stolz. Sie repräsentieren wirklich etwas, eine Geschichte. Was die Nähte anbetrifft - ich fand Nähte immer visuell ansprechend. Ob in einem Gesicht oder auf einem Paar Jeans - oder, wie in diesem Fall, im Kragen eines T-Shirts.
Welche Hilfmittel hast du benutzt, um das Logo zu entwerfen?
Meine verrückten Ideen, Graphit, Papier, Adobe Illustrator und puren Rock ‘n’ Roll.
Warum hast du dich gerade für diese Formen und Farben entschieden?
Ich wollte einen einfachen Weg finden, ‘Personal Branding’ zu veranschaulichen. Ich weiß, Liebe ist keine einfache Sache – aber etwas zu lieben, was man selber gemacht hat, ist nicht so schwer. Ich wollte ein Symbol einbinden, zu dem jeder eine Beziehung hat. Das genähte “Label” hat ein Symbol, das genau so gut zu dir selbst wie zu Spreadshirt gehören kann. Das ist in diesem Konzept eine große Sache. Ich habe viel mit der Herzform gespielt, weil ich nicht wollte, das es zu offensichtlich ist. Außerdem sollte es flexibel sein und anderen Freiraum lassen, damit zu interagieren und zu spielen, den Nutzern von Spreadshirt zum Beispiel. Die Farbe hat auf das Symbol nicht so viel Einfluss - sie soll flexibel an der kreativen Evolution von Spreadshirt teilnehmen.
Wie war es, als du erfahren hast, dass du unter den Gewinnern bist?
Ich war dann sogar ein bisschen sauer auf Adam, dass er mich zu dieser Reise überredet hatte – er musste doch wissen, dass ich sowieso nur Vierter werden würde. Es war ein Höllentrip, von Flugzeug verpassen bis hin zu total pleite mitten in Berlin rumstehen (sie haben meine Karte geknackt oder so) war alles dabei. Deswegen WERDE ich ein Buch schreiben. Denn irgendwas wollte einfach, dass ich die zwei schlimmsten Tage meines Lebens habe, damit der dritte einer der besten werden konnte.
Wie hat dir die Party gefallen? War es deine Musik?
Hm, ich höre vor allem Rock’n'Roll. Aber im Moment mag ich auch Reggae/Ska. Ich höre manchmal House, aber nur sehr wenig. Ohne Musik bin ich nichts. Musik lässt mich kreativ sein, lässt mich atmen…
Spielst du auch ein Instrument?
Hehe, nein… Aber ich singe unter der Dusche.
Das mache ich auch, aber ich würde nicht empfehlen zuzuhören… Was machst du noch gern in deiner Freizeit?
Gute Frage… Jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Ich mag eine Menge Sachen. Ich mache viel Sport, Hockey, Fußball und so… Und ich mache Kampfsport… Ich mag UFC/Pride und so. Ich hab auch mal Wrestling trainiert, obwohl ich der dünnste Mann Nordeuropas bin.
Was ist UFC/Pride?
Die Ultimate Fighting Championships in den USA, Pride sind aus Japan und eigentlich fast wie die UFC, aber mit etwas anderen Regeln. Kampfsport mit vollem Körperkontakt.
Oh, wahrscheinlich eher nicht so mein Ding… Hast du schon mal bei Wettbewerben wie dem OLP teilgenommen?
Nein. Um Kreativität habe ich noch nie gewetteifert…
Und wirst du es wieder tun?
Hm… warum meinen Höhepunkt jetzt kaputt machen? ;-) Ja, sicher… Ich mache vielleicht was bei laFraise oder so.
Was bedeutet es für dich, das OLP gewonnen zu haben? Wird dir das helfen?
Es ist immer ehrenvoll, Teil der visuellen Erscheinung eines Unternehmens zu sein. Besonders im Falle von Spreadshirt, das ja selber eine sehr kreative und frische Organisation ist. Das ist für mich auf jeden Fall eine große Sache, denn der Wettbewerb in diesem Business ist wirklich hart. Nur wenige habe die Gelegenheit, ein so großes Publikum zu erreichen. Wie mir das hilft, wird man noch sehen, aber ich bin sehr dankbar. (Und, fast hätte ich es vergessen: Das Macbook Pro, dass ich bekommen habe, ist wie ein nicht enden wollender Zuckerrausch.)
Okay, ich glaube, wir haben es geschafft. Vielen Dank für das Interview!
Peace!


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Wann wird das Logo denn eingeführt? Im Januar?
ja, spätestens im februar gibts was zu gesicht ..
die Links funzen nicht, weder hier noch im anderen Beitrag.
Bitte nochmal zeigen.
Okay ich muss zugeben, um meinem Cute & Unemployed Status zu entgehen, habe ich nich jeden OLP Post mit 1000%er Aufmerksamkeit verfolgt.
Darum jetzt meine Frage:
(Günther Jauch vorstellen)
Ist der Typ in Wirklichkeit Däne oder was?
Oder warum findet er es geil so nah an Dänemark zu leben?
Allen ernstes, wenn immer ich mit Leuten aus Schleswig-Holstein gesprochen habe, fanden die die Kühe toll, die flache Landschaft, aber nie, dass Dänemark um die Ecke liegt. Was ist das Geheimnis?
Ansonsten sagt der Imago-Schwede in mir “Geh doch nach Dänemark, wenn’s dir hier nicht gefällt!” (In Schweden meine ich.)
Hm, also ich glaube, ihm ging es vor allem um Kopenhagen. Das kann ich verstehen - als ich dort mit 13 zum ersten und einzigen Mal war, haben mich die Hot Dogs, die blonden Jungs und die RIESIGE H&M-Filiale zutiefst beeindruckt… Wenn ich’s mir recht überlege, kann das aber wohl kaum das sein, was Kim an Kopenhagen gut gefällt…
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