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Ach, zahl doch soviel Du willst

Radiohead01

ZWDW oder PWYW, je nachdem, ob man mysteriöse Abkürzungen lieber auf Deutsch oder Englisch genießt, war eines der großen Dinger in 2007. PWYW steht für “Pay-What-You-Want”, also für das Bezahlmodell, bei dem alleine der Kunde entscheidet, wieviel Geld er für ein Produkt oder einen Service hinlegen möchte.

Radiohead haben diesem “gewagtem” (phlow.net) Ansatz viel Aufmerksamkeit verschafft, als sie ihren aktuellen Longplayer per PWYW-Download feilboten. Die NY Times listete das “Radiohead Payment Model” mitunter in der “Year In Ideas”-Ausgabe ihres Magazins (via Boing Boing).

Ob das Experiment erfolgreich war, steht nicht wirklich fest - mit den Zahlen unterschiedlicher Quellen verhält es sich ähnlich wie mit unseren Blog-Statistiken: von ziemlich gut bis sehr schlecht ist alles dabei - die Wahrheit leigt bekanntermaßen in der Mitte. Inzwischen ist die Aktion auf alle Fälle beendet, die Download-Seite dicht, “In Rainbows” ab 28. Dezember nur noch nach dem gewohnten ZWWS (”Zahl was wir sagen”)-Prinzip erhältlich (s. u. a. bei laut.de).

Soweit, so interessant. Im UK-Blog hat Adam nun einen T-Shirt-Anbieter ausgemacht, der ZWDW ebenfalls getestet hat:


Tasty Tees. Passend zum Thema haben sie ein “How Much Did you Pay For The Radiohead Album”-Shirt für den Test verwendet.

Radiohead02

Was kam raus bzw. rum? Der spendabelste Kunde bezahlte 20, der durchschnittliche T-Shirt-Käufer jedoch lediglich 3,37 Dollar (entspricht heute ca. 2,31 EUR) - also nicht sehr viel. Zum Glück hatten die Verantwortlichen bei Tasty Tees zumindest eine recht hoch angesetzte Versandpauschale (5$) pro Shirt angesetzt, so dass sie nach der Aktion wahrscheinlich zumindest nicht unter Brücken schlafen müssen.

Adam hat sich ein paar Dinge ausgedacht, deren Berücksichtigung/Umsetzung PWYW bei einer relativ unbekannten Marke und im virtuellen Raum (ohne first hand experience mit dem Produkt) lukrativer machen könnte:

a) den aktuellen Stand des durchschnittlichen Preis zeigen (und somit möglichen geringst-Zahlern mit Glück ein schlechtes Gewissen machen)

b) dem Käufer das Produkt zusenden und erst eine Woche nach Aussendung nach Bezahlung fragen (hoffen, dass das nicht-virtuelle Produkt zu einer höheren Weertschätzung führt, als ein 200×200-Pixel-JPG)

c) einen (geringen) Grundpreis festsetzen (um die 1-Cent-Zahler draußen zu halten)

d) mit limitierten Auflagen arbeiten und die verbleibende Stückzahl anzeigen (Knappheit erhöht den Wert, sinkende Stückzahl dokumentiert die zunehmende Kanppheit live)

e) die gesamte Kalkulation (spätestens bei Erreichen des break even points) offenlegen (so dass die Leute sehen, dass “ein T-Shirt machen” tatsächlich Geld kostet).

Bis auf Punkt b), bei dem ich den administrativen Aufwand im Verhältnis zu den, mit der first hand experience potentiell verbundenen Mehreinnahmen als zu gering einschätze, teile ich Adams Ansicht und bin gespannt was 2008 bzgl. PWYW bringen wird.

Weitere Links zum Thema:

- 2nd Rec.: “Choose a CD, pick a price

- Laut.de: NIN und Saul Williams betreten Radiohead-Pfade

- Handels-Uni Frankfurt: Pay What You Want-Studie

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3 Responses to “Ach, zahl doch soviel Du willst”


  1. 1 by Jay1 | Dec 21st, 2007 at 8:20 pm

    solche WEB 2.0 - Aktionen verstehe ich nicht wirklich. Ist ja kreativ, aber was soll das? Ich als Kunde will ein Produkt zu einem Preis der mir angegeben wird. Passt der mir nicht, kaufe ich woanders oder lasse es, passt er mir, nehm`ichs mit.

    Ich bin wohl zu alt dafür.

  2. 2 by Malte Landwehr | Dec 25th, 2007 at 8:31 pm

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass solche Zahl was du willst Aktionen Gewinn bringen. Aber die Aufmerksamkeit ist natürlich sehr hoch und als Link-/Attentionbait ist die Sache sicher nicht schlecht.

  1. 1 2nd Rec.: Das ernüchternde Ergebnis eines “Zahle-Soviel-Du-Willst”-Experiments at Der deutsche Spreadshirt-Blog

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