Meet a Spreader - Lutz Caesar

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Lutz (23) ist Fotograf bei Spreadshirt. Tag für Tag lichtet er Mitarbeiter und externe Models ab, fotografiert aber auch mal Kleidung oder defekte Kaffeemaschinen für den internen Blog. Über seine Arbeit, Pläne für die Zukunft und die Unterschiede zwischen Hochsauerland und Sachsen berichtet er im Interview.

Was gefällt Dir an Deinem Job?
Ich habe das Glück, meine Arbeit richtig gerne zu machen. Leute im Bild einfangen, Bilder dann bearbeiten, Stimmungen erzeugen: genau mein Ding. Ich bin neugierig auf Menschen.

Was nervt?
Die Verwaltung wird mehr. Jira Tickets für jeden Sch.. schreiben.

Was tust Du, um Deine Modelle aufzulockern?
Schwierig. Ein bisschen Animateur muss man schon spielen. Es dauert auch, bis man miteinander warm wird. Das ist in einem Ambiente wie dem Keller der Spreadshirt Garage nicht immer leicht, darum aber auch spannend. Für laFraise kreuze ich auch mal bei den Leuten zuhause auf. Wirkt natürlicher, nicht so gestellt.

Welche beruflichen Ziele hast Du?
Denke, ich strebe nach Freiheit und Maximierung von Handlungsspielraum, reden wir also lieber über künstlerische Ziele. Ein eigenes Atelier z.B. hier in Plagwitz wär schick, um besser Porträts machen zu können.

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Was ist für Dich wichtig beim Fotografieren?
Interessant sind für mich besonders die Bruchstellen von Menschen, der Moment, wenn ihnen mal die Maske runterfällt. Da muss man sie manchmal begleiten und auf den richtigen Zeitpunkt warten. Aber es gibt soviele Möglichkeiten & Ideen sich mit Fotografie auseinanderzusetzen, da gibt’s soviel auszuprobieren..wo mich das alles hinführt werden wir sehen..

Traumkamera?
Leica M8

Hast Du ein Vorbild?
Nee, aber ich mag Erwin Olafs Arbeiten.

Du kommst aus Brilon in Westfalen. Findest Du das richtig?
Eigentlich komme ich aus Gelsenkirchen, aber schreib das bitte nicht im Blog. Meine Familie ist dann ins Sauerland gezogen, als ich in die zweite Klasse kam. Ist schon schön, als Kind auf dem Land aufzuwachsen. Sauerland eben: Bewaldete Hügel, soweit das Auge reicht, fast alles Fichten aus Monokultur. Und immer die Sehnsucht nach der großen Stadt..

Brilon, das klingt wie ein Kunststoff aus DDR-Zeiten. Wie würdest Du Brilon beschreiben?
Naja, katholisches, kleinstädtisches Westfalen, Rentner und Albaner wachen über die Sicherheit in den Straßen. Westfalen sind schon ein ziemlich eigener Schlag, stoffelig, man könnte meinen: unfreundlich. So gesehen konnte ich mich mit einem Umzug nur verbessern. Der Name Brilon hat übrigens seine eigene Sage. Als ein Edelmann sich in den Wäldern von Brilon verirrte, kam er zur Hütte eines Köhlers. Der nahm ihn auf und gab ihm eine Schale Brei zu essen. Als Lohn durfte er dann am nächsten Tag mit dem Pferd um den Wald reiten, und alles behalten, was er eingekreist hatte. Als Brei-Lohn, also Brilon.

Wie bist Du nach Leipzig gekommen?
Nach dem Zivildienst habe ich in Köln in einem kleinen Portraitstudio ein Praktikum gemacht. Danach war eigentlich klar, dass ich mich ausführlicher der Fotografie widmen wollte. Nach einem Jahr an einer Bielefelder Akademie wollte ich an die FH in Dortmund wechseln, daraus ist dann Leipzig geworden…Kolja (leitet den DirectToCustomer Bereich), ein Schulfreund von mir, hat mir von dem Angebot bei Spreadshirt erzählt.

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Gefällt es Dir hier?
Ja, Leipzig könnte Wahlheimat werden, das Potenzial ist da. Die Familie meines Vaters kommt ursprünglich aus Guben in Brandenburg, eine ältere Verbindung also. Aber ich will unbedingt mehr reisen. Osteuropa und das Baltikum finde ich spannend. Ich könnte mir vorstellen, demnächst mal die (Ost-)Grenzen Europas abzufahren.

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?
Als High Society Fotograf. Stelle ich mir spannend vor, so ein Wartezimmer beim Schönheitsschirurgen, wo Leute mit krummen Nasen sitzen. Eine eigene Tragik. Aber es gibt soviel zu entdecken und soviele Wege von denen ich abkommen möchte…Mal sehen!

Was für Musik hörst Du gerne?
Zuviel um es aufzuzählen. Minimal und Electro bewegt mein Tanzbein am ehesten momentan.

Was bewegt Dich sonst noch?
Die Bahn. Bisher habe ich mich recht erfolgreich dem Auto verweigert.

Wo bist Du im Internet unterwegs?
Es kommt eher zu mir – meine Netvibes Seite ist voll mit Kunst/Photo/Design Blogs. Empfehlen kann ich Amadelio, ist eine klasse Interview-Seite, die haben spannende Leute sehr gut in Szene gesetzt.Nichtzu vergessen natürlich mein eigene Seite, unter www.lutzcaesar.de. Ist aber im Moment in Überarbeitung.

Was ist Dein Lieblingsbuch?
Mecki im Schlaraffenland

Danke für Deine Antworten! Wer soll das nächste Interview geben?
Henning Kruthaup

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