
Bei Spreadshirt wird’s laut: die Independent Music Plattform Motor.de verkauft ab sofort im Shop Motorwäsche Shirts mit Motor-Motiven. Und das ist erst der Anfang…eine kurze Inspektion.
Herzlichen Glückwunsch, Motor, herzlichen Glückwunsch, Spreadshirt: wir haben lang auf diese Liaison gewartet! Warum? Weil Motor schon lange (seit 1994, spätestens aber 2004) die Gitarre der kleinen Produzenten spielt - und die Davids im Musikbetrieb mit gut gestimmten Zwillen beliefert. Zuletzt mit dem Format Von MySpace auf Motor FM, das jede Woche zwölf Songs von Mitgliedern der größten deutschen Online-Community, zumeist begabten Nobodys, bei Motor FM erklingen lässt.
Wer oder was ist die Motor Entertainment GmbH?
Motor Music wurde 1994 gegründet, und wurde bald zur ersten Adresse für Indie Musik aus Deutschland. Bands wie Rammstein und Phillipp Boa machten das Label dann auch international bekannt. Als Mutter-Konzern Polygram 1998 plötzlich Universal Polygram hieß, wurde die Luft für Motor-Mastermind Tim Renner knapp: zulässige Kommerz-Grenzwerte schienen überschritten. Die Konsequenz: Renner gab seinen Posten als Universal Chef Deutschland auf, nahm sein Label Motor aber mit. Ein Glück!
Heute ist Motor:
- ein Radio - Motor Fm
- ein Fernsehen - Motor TV
- ein Musik Label, das über die Rubrik "Starthilfe" Neulinge auf Sendung bringt
Tim Renner über Motor und Spreadshirt:
„Motor ist aus dem Gedanken der Freiheit heraus entstanden, aus der Freiheit, die man sich digital nehmen kann, in dem man mit Motor FM und TV einfach sein eigenes Radio und fernsehen macht, der Freiheit, einen jeden Talentierten über Motor Digital veröffentlichen zu lassen, der Freiheit einen jeden Konsumenten via motor.de am szenischen Diskurs teilnehmen zu lassen, schlichtweg der Freiheit ohne internationale Konzerne und Reportings einfach seine eigene Medienfirma zu machen. Das, was wir mit Downloads und Medien machen, denkt Spreadshirt im physischen, analogen Bereich weiter. Dem Träger selbst die Freiheit zu geben, ihre Shirts on Demand und nach eigenen Bedürfnissen produzieren zu lassen, passt perfekt zu Motor Entertainment, wo man die Vorteile der Digitalisierung genießt, statt über ihre Nachteile zu jammern."
Touché!
Sehr lesenswert auch Tim Renners Blog bei Motor, mit unterhaltsam-kritischen Beiträgen zur Musikindustrie. Empfehlung:
Tim Renner über Marktbefragung und seine Editorial Filter Malte und Max, die jede Woche aus tausenden Songs zwölf auswählen:
„Mir sind Menschen, die entscheiden und sich damit auch angreifbar machen tausendmal lieber, als all die Massen, die sich hinter einem vermeintlichen Plebiszit verstecken. Politiker die dieses Land nach Umfrageergebnissen regieren, Redakteure die Sendungen gemäß der Resultate von Telefonumfragen machen, Markenartikler die ihre Werbung rein von Akzeptanztests abhängig machen und nicht Malte und Max sind das Problem. Das permanente Schielen auf den vermeintlichen, kleinsten gemeinsamen Nenner führt zu Stillstand, Konturlosigkeit und endloser Langeweile. Aber es ist für die jeweiligen Entscheider bequem, denn sie entscheiden ja gar nicht. Geht es schief, können sie sich immer hinter den Testergebnissen verstecken. Sie sind nicht schuld, sondern haben im Zweifel „ihre Hausaufgaben gemacht“. Feigheit und Positionslosigkeit werden so als Professionalität dargestellt.“


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und viele Ideen bei Motor-FM kennen Insider aus der Berliner Radioszene schon von innovativen, leider temporären Radioprojekten wie Juniradio, reboot.FM, radio1zu1 oder mikro.FM - mir haben mehrere Leute von ihren Treffen mit Leuten von Motor-FM während deren Aufbauphase berichtet und wenn gewünscht, kann ich die mal um die konkrete Augenzeugenauskunft hier oder anderswo im Netz bitten.
Klingt jetzt vielleicht nach Neid bei mir, ist es aber wirklich nicht, denn ich wurde ja nicht "über den Tisch gezogen" oder ausgenutzt; ich mag bloà immer gerne das vollständige Bild und die Bilder, die von Motor-FM in den Medien und im Netz kursieren sind halt alles andere als vollständig!
vielen dank! Wir sind immer an einer Korrektur unseres Weltbildes interessiert.
die frequenz von motorfm wird im herbst wohl neu ausgeschrieben.
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das gibt die moeglichkeit das geschaeftsmodell neu zu ueberdenken. motor macht sicher eine effektive PR, aber kein allzu erfolgreiches programm.
selbst fuer eingefleischte indie und rockfans klingt der emo-sound von motor eintoenig, mittelmaessig, gepresst und verkrampft. zum schluss sind die hoererzahlen verschwindend gering, und das scheinbare einahmemodell sich statt per audio-ads ueber gemagebuehren und payola-werbeetat von plattenfirmen zu finanzieren ging wohl nicht richtig auf.
das dankeschoengeschenk an renner mit universal nach berlin gezogen zu sein ist damit eingeloest.
es gibt meiner meinung nach nur einen radiosender, dem der spagat zwischen anspruch und mainstream erflgreich gelingt: FM4. motor fand ich eigentlich trotzdem noch eine einigermaÃen gute alternative für den berliner hörfunk.