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Über die Zukunft der Kleidung

Retrospektive vorwärts. Zukunft fetzt. (irgendwie) 

Das Jahr 2007 steht langsam aber sicher vor der Tür. Damit rückt auch die Zukunft immer näher. Oft wurde sie ja in der Vergangenheit auf 2010 bis 2020 datiert. Wir sind also fast da in der Welt der Hoverboards, Cyborgs, Robocops, Terminatoren und sonstigen Erfindungen, die das Leben erleichtern sollen. Und da wir alle neugierig sind, hat natürlich keiner Bock zu warten.

Ich gebe zu, ich war auch eines jener Kinder, die ihre kleinen Finger geschickt einsetzten, um am Abend des 23. Dezembers die Tür des 24. wieder wie neu erscheinen zu lassen. Deshalb wird auch diesmal ein wenig vorausgeschaut und in ein paar Jahren, wenn die Zukunft offiziell los geht, tun wir einfach alle so, als ob wir wirklich überrascht wären. 

Trend selber anbauen

 

Vorbild: Robocop - 50% Robo, 50% Cop

Schwarmintelligenz. Einer unter vielen. Das sind ja die Schlagworte 2.0. Und wo finden wir da die biologische Vorlage? Genau! Bei den Insekten. Und was macht Insekten so spannend, außer dass sie wuseln, oft im Pulk anrücken und Frauen zu einem "Iiii - Mach das weg" provozieren? Exoskellete. Klingt jetzt erst mal kryptisch, ist aber einfach zu verstehen.

Im Gegensatz zu Mardern, Mullen und Menschen, bei denen ja das Fleisch um die Knochen wächst, wachsen beim Exoskellet die Knochen über das Fleisch. Das birgt den Vorteil, dass offene Schienenbeinbrüche unmöglich sind und ist gleichzeitig auch der Grund, warum zum Hummer kein Knochenteller gereicht wird. Ja Hummer sind keine Insekten. Egal. Irgendwann kamen ein paar Pfiffige auf den Geschmack und sagten sich "Mensch - sowas brauchen wir auch!" Ihre Vision: ein Skelett zum Anziehen, welches den Träger mit übermenschlichen Kräften ausstattet.Zwischenstand: Zunächst einmal kämpfen die Entwickler noch mit der größten Tücke. Die Wespe und deren Freunde haben nämlich aus einem guten Grund nie begonnen, zu den Monstern aus Starship Troopers heranzuwachsen. Exoskellete sind schwer. Verdammt schwer. Und je mehr Motoren und Gelenke ich für Superkräfte einbaue, desto schwerer wird das Ding auch selbst. Ich brauche also immer noch mehr Motoren, um noch mehr Kraft zu haben. Das logische Dilemma ist im Grunde das gleiche wie beim Raketentreibstoff und der Lichtgeschwindigkeit. Doch der Durchbruch ist nahe. Inzwischen sind die Motoren klein genug, um das Konzept funktionieren zu lassen. Es sieht zwar ausnahmslos jeder Mensch immer noch wie ein Ungeheuer damit aus, aber immerhin: die Sache funktioniert.

Da jedoch noch keine interstellaren Verteidigungskriege die Existenz der Menschheit bedrohen, werden die ersten Exoskellete lediglich in der Krankenpflege dienen. Der Prototyp vom Kanagawa Institute of Technology in Tokio sieht vor, dass in Zukunft eine zierliche Pflegerin ausreichen wird, um einen anderen Menschen von der Liege zu heben. Für die Fans von MechWarrior & Co. besteht trotzdem noch Hoffnung. "Natürlich" plant das Pentagon bereits eine eigene Version.

 

Trend Lärm auf den Ohren
 
Das Armband des Predators

Irres Piepsen? Touchscreen? Ganz dickes Gewummer am Ende? Hatte der Predator alles am Arm. Trug er immer dabei. War so auf alles bestens vorbereitet. Der Predator kam zwar nicht direkt aus der Zukunft, aber selbst der stureste Nay-Sayer, wird zugeben: einen kleinen Technikvorsprung hatte der schon.Zwischenstand: Nun sind Nintendo DS und iPod längst erfunden. Tragbarer Touchscreen und Piepsen auf den Ohren sind also bereits heute eigentlich Schnee von gestern. Aber ein Uberfeature versteckte sich noch im digitalen Armband der vermeintlich bösen Kreatur. Ein kleiner Nuklearsprengsatz. Kopfdruck, eine Minute rennen (oder nicht) und es machte laut "bang". Das ist im Grunde simpel zu verstehen und sicherlich nicht ohne, wenn es in die falschen Hände gerät. Aus diesem Grund hat die "Dirty Bomb" auch keinen Industriesupport und es entwickelt zumindest offiziell keiner dran. Aber seitdem Polonium in aller Munde ist, dürfte auch dem friedlichsten Rucksackträger begreiflich werden, dass für solche Dinge doch so etwas wie Nachfrage besteht. Wo es dann zuerst so weit sein könnte, läßt sich vielleicht aus folgender Chronologie ableiten.

 

Trend besser davonlaufen
 
McFly's feige Schuhe, die feigerweise aus dem de-Bug-Blog geklaut wurden

1989 war für Nike die Welt noch in Ordnung. Jugendjoboffensive und Handarbeit waren noch keine No-Go-Wörter in Deutschland und Nike als einigermaßen junges Unternehmen im Aufstreben und richtig cool. Der einzige Wermutstropfen: die futuristischen Schuhe aus Zurück in die Zukunft zwei gab es nirgendwo zu kaufen. Nun ja, richtig der Shit waren sie nicht. Zwar ohne Senkel und mit Leuchtdioden-Branding, doch was konnten die extra? Nix. Und genau darum wurde das Selbstschließkonzept der Power Laces nicht weiter verfolgt. Klett tut's halt auch.

 

 

 

Zwischenstand: Die Schuhindustrie hat sehr schnell gemerkt, dass es am Schuh selbst nicht mehr viel zu verbessern gibt. Darum liegt der Entwicklungsfokus inzwischen darauf, die Treter in ein Ubiquitous Computing Konzept zu gießen. Doch wo könnte Rechenleistung im Schuhbereich gefragt sein? Natürlich im Sport - mit allen Konsequenzen. Nike, um beim Gescholtenen zu bleiben, hat sich aus diesem Grunde mit Apple zusammen getan. Deren iPod übernimmt die Rechenarbeit für das Paar Nike+ Schuhe, die beim Laufen durch einen Sensor Daten für den üblichen Statistikzauber einsammeln. Funktionieren tut das Ganze über einen Sensor, der in die Schuhe gesteckt wird.

 
Trend Verstecken

 

Jeder große Trend hat einen Gegentrend. Helfen Firmen wie Spreadshirt und <insert wettbewerber>, auch dem graukargsten Mauerblümchen als bunte Blüte durch die Welt zu streifen, so wollen manche einfach nicht mitmachen. Sie wollen nicht gesehen werden. Sich verstecken. Und wenn gerade kein Versteck in der Nähe ist, so tragen sie ihr eigenes halt am Leibe.

Zwischenstand: Zugegeben, das Loch zum Mitnehmen aus den Bugs-Bunny-Cartoons hat noch keiner erfunden. Aber die Active-Camouflage-Prototypen der Tachi Labs der Universität Tokyo sind dermaßen spektakulär nicht sichtbar, dass ich deren Videos mal gnadenlos als Fake bezeichne. Einfach zu gut, um wahr zu sein. Sollte der Spaß irgendwann so auf den Straßen sein und das Ganze bezahlbar bleiben, kann jede T-Shirt-Druckerei gnadenlos einpacken.

 

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3 Responses to “Über die Zukunft der Kleidung”


  1. 1 by Christian | Dec 11th, 2006 at 9:40 pm

    Geil, da hätte ich fast noch Funksicherheitsbedenken in die Nike-Zeilen gepackt und dachte dann doch, hab dich nicht so. Das Internet findet die Wahrheit. Nichts und niemand kann sich verstecken.

    http://www.heise.de/tr/arti…

  2. 2 by Alexandra | Dec 15th, 2006 at 3:46 pm

    Ja, so ein Mantel wäre schon nicht übel. Mit ein paar optischen Sensoren und ein bisschen Videoprojektion geht das sicher heute schon, aber ein bisschen schwer wird’s. :)

  1. 1 Hightech Klamotten - Wie Kleider unser Leben revolutionieren | blog-geschichten

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