hat Harald Schmidt in der Zeit über seine Lesekultur im Internet gesagt. Genau bis zum Schlüsselchen führte auch heute die kleine Recherche über einen Artikel aus der Oktoberausgabe des Scientific American. Doch das ist gar nicht so schlimm. Denn das Schlüsselchen vor dem Inhalt ist oft der Schlüssel zum Inhalt?! Vor allem in Gestaltungsfragen.
Die Werbung betreibt Gehirnwäsche, die Werbung will uns für dumm verkaufen und wer glaubt, dass Vollwaschmittel 90 Jahre lang immer noch weißer wäscht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Und da Werbung zur Mitte der Nulljahre jedem nur noch auf den Sack geht und pauschal unter Terrrorverdacht steht, müssen, logisch, neue Mittel her. Wir als die böse Industrie sind natürlich immer erfreut die Klingen der Kommunikation neu zu schärfen, weshalb die Grundaussage aus "The Neurology of Aesthetics" natürlich auf reges Interesse stößt.Sie bestätigt einmal mehr: wahres Interesse (Neusprech Involvement) entsteht nur im Dialog miteindander. Und Dialog heißt beide Seiten haben etwas zu tun - ich lasse die Leute mitdenken. So fördert Kommunikation mit verdeckten und versteckten Inhalten die Sinne. Das menschliche Gehirn mag es einfach Denkaufgaben zu lösen. So bringt es dem Sehvermögen sogar Freude, nicht gleich ersichtliche Objekte offen zu legen.Die Gründe dafür sind in der Evolution zu suchen. Oft versteckte sich die Beute im Gras der Steppen und wer mehr entdecken konnte, der fing einfach mehr. Genauso nützlich erscheint diese Fähigkeit in der Abwehr gegen Dinge, bei denen man selbst auf der Tageskarte stand. Der Tiger hopst einem schon mal feige in den Nacken, schreite ich allzu hochmütig an seinem Versteck vorrüber.
Die Analogie in der Jetzt-Zeit ist dann auch leicht zu verstehen. Mindestens jeder hat bereits einmal seine Lieblingssorte Schokolade im Supermarkt gesucht und wurde dann von einer Auswahl aus 700 Sorten Amaretto bis Zwieback böse ausgebremst. Doch Hartnäckigkeit zahlt sich auch hier aus. Der beim Entdecken folgende AHA-Moment ist nicht einmal mit Kreditkarte zu bezahlen. Deshalb sollte jede Art von cleverer Gestaltung diesen Effekt auslösen können. Sei es nun, um die Konsumgier zu pushen oder einfach für den Bauchprint auf dem Nachthemd.
So zitiert der Blog Creating Passionate Users den Artikel: "The clever fashion designer or artists tries to evoke as many mini "ahas," ambiguities, peak shifts and pardoxes as possible in the image."Und weil es so schön war, gibt es zum Abschluß noch paar besonders schöne visuelle Denkaufgaben:
Studie via Create Passionate UsersWerbebeispiele via Ads of the World

















Schöne Beispiele, danke! Und leider nicht erstaunlich, dass da kaum was aus der deutschen Werbung dabei ist. Hierzulande wohnen immer noch alle im Maggi-Kochstudio. Und probieren mit Dr. Beckmann’s und dem Weissen Riesen, ihre Kriegsschuld abzuwaschen. Die Deutschen lesen eben zuviel
Erfrischend auch, dass unser bescheidenes Kombinat mit so wenig Werbung auskommt. Bis jetzt..
Ãbrigens muss man auch “Fernsehen” lesen lernen. Erinnert mich an den Versuch mit dem afrikanischen Stamm, von dem McLuhan schreibt. Die haben Angst bekommen, als plötzlich ein Close-Up von der Leinwand auf sie zu kam: warum wird der Mann einfach gröÃer? Und wie kann jemand einfach “aus dem Bild laufen?” Die Versuchsleiter wurden mit Fragen bestürmt, wo denn der arme Kerl hin verschwunden ist..
Ein Glück kann ich fernsehen.