Wer was Strafbares macht, wird bestraft. Und damit dieser einmal Bestrafte seine Kategorie „Abschaum der Menschheit und Moralische Spreu“ nicht wieder verlässt, muss man ihn beständig daran erinnern. Zum Beispiel mit einem T-Shirt mit der Aufschrift: I AM A REGISTERED SEX OFFENDER. Dieses T-Shirt muss Russell Teeter aus Delaware für 22 Monate tragen. Weil er sich nackt vor einer Zehnjährigen gezeigt hat. Und das nicht zum erstenmal.

Tobias Kniebe von der Süddeutschen Zeitung nimmt dies zum Anlass, um über mögliche Gewinne der Firma Spreadshirt zu spekulieren. Mit Strafbekleidung. Mögliche Aufschriften: „Ich schreibe wahllos Kolumnen“ oder „Ich klaue Zusammenhänge“. Süffisiert Herr Kniebe: „Sicherlich reagiert hier das amerikanische Justizsystem auf den eindeutigen Trend zum Individual-T-Shirt, der sein neues Hauptquartier ausgerechnet in Leipzig gefunden hat.“ Eine nette Spitze, aber wo piekst es eigentlich? Lukasz hat vor der Firmengründung doch alle Daten in den Karl-Marx-Gedenk-Grossrechner Volkshirn 2000 eingegeben, es hat mächtig geraucht, und nach drei Tagen kam dann der Zettel raus, wo drauf stand: Leipzig. Ausgerechnet. Die mischen da mit. Das übersteigt das Fassungsvermögen der Westpresse. Wir verurteilen Herrn Kniebe hiermit zur fortgesetzten Zahlung von Münchner Mietpreisen – und gestehen, dass wir doch auch eine Winzigkeit froh sind über die zweite Hälfte seiner Kolumne:)
Aber zurück zu dem bemitleidenswerten Herrn Teeter. Die Prangerkultur ist in Amerika auch aus Tennessee bekannt, wo betrunkene Fahrer Kittel tragen, wo drauf steht: „I am a Drunk Driver“. Dass ein solches Kittelchen das Selbstbild des Verurteilten eher zementiert, ihm in beständiger Rückkopplung durch die Umwelt seine Neu-Definition erschwert, ist nicht schwer zu erkennen. Naja, einmal doof immer doof. Oder wie es in der Blättchen Packung steht: man verzeiht einem Menschen alles - außer er zwingt uns, über ihn umzudenken.










Siehe auch Süddeutsche Magazin, letzte Seite –> an der Spreadshirt-Pinnwand
Was der Täter Teeter tat
ist die Tat.
Schreiten wir,
schreiben wir,
schreien wir
zur Tat.
Tätärätäää !