Ich hatte ja angedeutet, ein kurzes Interview mit Hannes Diedrich zu machen, der sozeug Anfang des Jahres gegründet hat. Hier nun also Fragen und Antworten:
- Wie ist die Idee zu sozeug entstanden?
(Hannes): Einmal aus der Beobachtung heraus, dass es in Berlin viele kleine Designer gibt, die kleine Läden haben oder auch ihre Sachen auf Weihnachtsmärkten und Wochenmärkten z.B. am Hackeschen Markt verkaufen. Ziel war es auch, eine Plattform für die infrastrukturell nicht so bevorzugten Designer/Bastler in Deutschland zu bieten. ich habe mir dann etsy angeschaut und bin über a) das inkonsquente Tagging-System und b) den Kreditkarten-Zwang gestolpert.
- Was ist deiner Meinung nach das besondere an sozeug?
(Hannes) Bei sozeug gibt es keine Einstellgebühr, die Dinge bleiben gelistet, bis sie gelöscht werden. Man braucht keine Kreditkarte und kann einfach zu Verkäufern Kontakt aufnehmen. Das Stöbern wird durch die kontextabhängige Einbindung von Tags gefördert. Die Oberfläche ist schlicht und übersichtlich gehalten und folgt dem Nutzen.
- Was ist für dich das kurioseste Ding, das bislang über den sozeug-Tresen ging?
(Hannes) Kuriose Sachen verkauft wurden noch nicht, aber im Repertoire findet sich so einiges…
z.B. gehäkelte Miniatur-Puppenkleidchen oder der pinke Blumentopfschmeichler. Mein Lieblingstag ist dieser: fliegende Zahnbuerste.
- Wie wird es mit sozeug weiter gehen?
(Hannes) sozeug wird bei spreadshirt in erfahrene Hände gegeben, die dem Projekt sicher noch eine Menge schlummernden Potenzials entlocken.
Danke für das Interview.
Übrigens hab ich mir gleich mal ein paar Baby-Wollsocken gekauft, mehr dazu dann später.










Kreditkartenzwang gibt es bei Etsy nur fuer Verkaeufer, und das aus sehr gutem Grund - Betrug und unserioeses Handeln wird so schon einmal abgeschreckt. Trotz einer Verkaeuferzahl, die in die zehntausende geht, gibt es verschwindend wenige unserioese Verkaeufer und Problemfaelle.
Als Kaeufer muss man zum Anmelden keine Kreditkarte haben, aber zumindest eine gueltige Email-Adresse. Alles andere geht reibungslos. Die meisten der Verkaeuferversenden auch ausserhalb ihrer eigenen Laender und zu fairen Preisen.
Das Finden von Artikeln kann sehr gezielt gesteuert werden, denn neben tags kann man die Suchmaschine mit den herkoemmlichen Stichwortern fuettern. Oder man sucht gleich nach Farbe, geographischem Standort, Kategorie(und verfeinert innerhalb der Kategorie nochmal durch Tags!) etc.
Letzten Endes hat jeder Verkaeufer bei Etsy seinen eigenen Laden, den er mit der unmittelbar vor dem Release stehenden Version 2, noch persoenlicher gestalten kann. Dafuer bezahlt man gerne eine Gebuehr, die immer noch niedriger ist als eBay. Ware, die sich nach 6 Monaten nicht verkauft hat, geht in “expired” ueber, kann aber wieder eingestellt werden (gegen neue Einstellgebuehr).
Ich fuer meinen Teil bin happy mit Etsy, habe einen grossen Kaeuferkreis in nur wenigen Monaten aufgebaut, und es macht auf internationalem Parkett einfach mehr Spass. Ganz zu schweigen vom Design.